12 Fälle in Germering Hundehasser legt Gift aus

Hackfleisch mit Schneckenkorn: mit solchen Ködern wurden rund um Germering Hunde vergiftet. Foto: Nina Job

Zwölf Hunde wurden seit Dezember in Germering, Krailling und Gauting mit Ködern vergiftet. Mit einer Plakat-Aktion will die Polizei die Hundebesitzer warnen und den Täter fassen

Germering -
Zwölf Hunde wurden in den vergangenen Wochen in Germering, Gauting und Krailling vergiftet. Sie alle fraßen Hackbällchen-Köder, die mit giftigem Schneckenkorn gespickt waren.
Innerhalb von nur vier Tagen wurden vier Hunde in die Germeringer Tierklinik eingeliefert. Einer von ihnen, ein Mischling, überlebte die Gift-Attacke nicht. Die anderen Hunde schwebten tagelang in Lebensgefahr. Ihr Magen musste ausgespült werden, danach wurden sie in der Tierklinik in ein künstliches Koma versetzt.

Seit Dezember vergangenen Jahres treibt ein Hundehasser in Germering, Krailling und Gauting sein Unwesen. Der Unbekannte legt an beliebten Spazierwegen und an Wiesen und Feldern, wo sich Hunde richtig austoben können, die tödlichen Köder aus.

Am Sonntag vor einer Woche wurden wieder zwei Dackel und ein Labrador mit Vergiftungserscheinungen zum Tierarzt gebracht.

Die jüngste Serie hat die Polizei in Germering nun dazu veranlasst, Hundebesitzer zu warnen. Heute und morgen will sie an den Tatorten Warnplakate mit Verhaltenstipps aufhängen. „Wir wollen den Fahndungsdruck auf den Täter erhöhen“, sagte der stellvertretende Inspektionsleiter Andreas Ruch gestern zur AZ. „Es gilt, mit dem Plakat die Bevölkerung wach zu rütteln, um der Polizei die entscheidenden Hinweise für die Ergreifung des – womöglich kranken – Täters zu liefern.“ Das Plakat haben zwei Germeringer Gymnasiastinnen erstellt, die derzeit ein Praktikum auf der Wache absolvieren.

Die Polizei rät den Herrchen und Frauchen auf dem Plakat, ihre Hunde an den Wanderwegen an der kurzen Leine zu führen und darauf zu achten, ob ihr Vierbeiner etwas frisst. Frisst er etwas und verhält sich kurze Zeit später auffällig – muss er zum Beispiel erbrechen –, sollten die Hundebesitzer mit ihrem Vierbeiner möglichst schnell zu einem Tierarzt gehen.

Wenn die Hunde Schneckenkorn gefressen haben, muss sehr schnell gehandelt werden. Sonst führt das Gift zu einem besonders qualvollen Tod. Schneckenkorn löst bei den Hunden sehr schmerzvolle Krämpfe aus.

Nicht nur in Germering trachtet ein Tierhasser Hunden nach dem Leben. Auch am Starnberger See gab es im vergangenen Jahr zwischen Juni und September eine Giftköder-Serie. Elf präparierte Happen wurden in Pöcking und Feldafing ausgelegt, zwei in Starnberg. Dazwischen gab es eine zweimonatige Pause. Die Hunde überlebten alle.
Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich um verschiedene Täter handelt. Allein am Starnberger See handelt es sich vermutlich um drei verschiedene Täter. Die Vorgehensweisen sind sehr unterschiedlich.

Mit der Plakat-Aktion entlang der Spazierwege in und um Germering hofft die Polizei auf den entscheidenden Hinweis– der sie zum Hundehasser führt.

 

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