10000 Euro sind zu wenig Dreifachmörder lässt Haderthauer abblitzen

Der verurteilte Dreifachmörder Roland S. bei einer Anhörung des Untersuchungsausschusses im Landtag. Im Rechtsstreit mit Hubert Haderthauer (kleines Bild) geht es um ein Rolls-Royce-Modell. Foto: Archivfotos

Roland S.  will den Betrag, für den das Modell-Auto versteigert worden ist: 18 000 Euro

 

Der ohnehin bizarre Rechtsstreit zwischen Dreifachmörder Roland S. und Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer, bei dem es um ein teures Rolls-Royce-Automodell geht, wird zum Pokerspiel. Die besseren Karten hat der in der Psychiatrie untergebrachte Straftäter. Ein 10 000-Euro-Angebot, das ihm Haderthauer als „Friedensangebot“ jetzt unterbreitet hat, lehnt er nach Angaben seines Anwaltes Bernd Haffke ab.

Ganz freiwillig ist die grundsätzliche Zahlungsbereitschaft des Ingolstädter Landgerichtsarztes nicht zustande gekommen. Das Landgericht München hat die dringende Empfehlung einer finanziellen Einigung ausgesprochen (AZ berichtete).

Auch für das Gericht scheint klar zu sein, dass der Rolls-Royce, der unter dem Namen von Hubert Haderthauer für knapp 18 000 Euro von Christie‘s versteigert wurde, das rechtmäßige Eigentum des Dreifachmörders war. Er will den kompletten Betrag zurück. Der Auslöser des Rechtsstreits führt 25 Jahre zurück, in die Anfänge der zwielichtigen Modellauto-Produktion, die das Ehepaar Haderthauer so schwer in Bedrängnis gebracht hat.

Gegen das Ehepaar Haderthauer laufen mehrere Verfahren

Damals war Hubert Haderthauer Psychiater im Bezirkskrankenhaus Ansbach und der behandelnde Arzt von Roland S., der nach seinem dritten Mord dort untergebracht worden war und mit genialem Geschick filigrane Kunstwerke auf vier Rädern baute. Wie inzwischen bekannt ist, machte Psychiater Haderthauer ein privates Geschäft daraus und war mit seinem Chefkonstrukteur Roland schnell per Du. Der händigte ihm damals auch das Rolls-Royce-Modell aus, das jetzt Gegenstand des Streits ist.

Die zivilrechtliche Auseinandersetzung ist Teil der „Modellauto“-Affäre. Gegen Christine und Hubert Haderthauer laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München wegen Verdacht des Betrugs und der Steuerhinterziehung. Parallel dazu läuft gegen den Landgerichtsarzt wegen seiner Nebengeschäfte auch ein disziplinarrechtliches Verfahren der Landesanwaltschaft, das bis zur Klärung der strafrechtlichen Vorwürfe ausgesetzt ist. Erhebliche Forderungen, die im höheren sechsstelligen Bereich liegen, macht auch der frühere Geschäftspartner gegen das Ehepaar geltend. Die politische Dimension der Affäre, die Christine Haderthauer die politische Karriere kostete, wird in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aufgearbeitet.

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