10.000 Euro für Hinweise Isarmord an Domenico L. wieder bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

, aktualisiert am 03.08.2016 - 22:09 Uhr
Domenico L. starb mit 31 Jahren. In der Fotostrecke sehen Sie Szenen aus dem nachgespielten Mord bei "Aktenzeichen XY". Foto: ZDF/Thomas R. Schumann/Securitel

Drei Jahre nach dem Mord an Domenico L. hofft die Kripo noch auf den entscheidenden Hinweis – und lobt 10.000 Euro aus. Neuen Schwung in die Ermittlungen soll erneut "Aktenzeichen XY... ungelöst" bringen.

 

Heute Abend ab 20.15 Uhr standen im ZDF während der TV-Live-Sendung "Aktenzeichen XY" bei der Münchner Polizei die sogenannten Personenfahnder vom Kommissariat 101 bereit. Zeitgleich stand Holger Smolinsky als zuständiger Sachbearbeiter, der bei der Mordkommission den Fall Domenico Lorusso († 31) mit derzeit fünf Kollegen bearbeitet, im Studio in Unterföhring Frage und Antwort.

Die Beamten suchen auch nach Bekannten und Familienangehörigen des Täters, die vielleicht etwas bemerkt haben könnten. Der Mann verletzte sich bei der Tat auch selbst - darauf wiesen Blutspuren auf dem Gehweg an der Isar hin. "Es kann also durchaus sein, dass es jemanden gibt, der ahnt oder sogar weiß, wer der Täter ist", sagte Smolinsky. Die Verlobte des Mordopfers lebt inzwischen nicht mehr in München.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht meldet sich nach der erneuten Schilderung des bis heute ungelösten, grausamen Verbrechens an dem Airbus-Ingenieur doch noch ein Zeuge, der den entscheidenden Hinweis geben kann.

Der Fall wird bei der Sendung bereits zum zweiten Mal thematisiert. Für die aktuelle Sendung wurde der Mord vom 28. Mai 2013 nachgespielt. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder zur Klärung des Verbrechens führen, sind nach wie vor 10.000 Euro Belohnung ausgelobt.

Domenico L. wollte seine Verlobte schützen

Domenico Lorusso radelte am Abend des 28. Mai 2013, einem Dienstag, mit seiner Verlobten an der Isar entlang. Die beiden wollten nach Hause zu ihrer Wohnung in Haidhausen. Am Tag darauf wollten sie in ihre Heimatstadt Potenza in Süditalien reisen, um ihren Familien zu erzählen, dass sie heiraten wollen.

An der Erhardtstraße zwischen dem Deutschem Museum und dem Patentamt wurde die Verlobte plötzlich von einem Fußgänger angespuckt. Zeugen sagten später, der Mann habe einen längeren, dunklen Mantel getragen. Als Domenico ihn kurz darauf wegen der Spuck-Attacke zur Rede stellen wollte, stach ihn der Unbekannte nieder und flüchtete. Der 31-Jährige starb nur wenig später im Krankenwagen.

Der Tatort am Abend des 28. Mai 2013. Foto: Polizei

Mehr als 5700 Speichelproben

Trotz des enormem Ermittlungsaufwands ist es der Mordkommission bis heute nicht gelungen, den Täter zu ermitteln, geschweige denn zu fassen. Das Problem: Offenbar gab es zwischen Täter und Opfer keine Beziehung – wie sonst in 98 Prozent aller Mordfälle.

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Die Kripo überprüfte mehr als 15 000 Personen und glich fast 5700 Speichelproben mit der DNA des Isarmörders ab – darunter auch Drogentote oder Menschen, die Suizid begangen haben. Die Polizei bat Ärzte um Hinweise, da sich der Mörder bei der Tat selbst verletzt hatte.

Insgesamt gingen die Ermittler mehr als 780 Hinweisen nach. Bis heute werden scheinbar grundlose Messerattacken oder Spuckangriffe mit dem Fall abgeglichen.

„Wir lassen nichts unversucht“, sagt Markus Kraus, Chef der Mordkommission, der AZ. Er hofft, dass sich aufgrund der erneuten bundesweiten Ausstrahlung vielleicht doch noch der entscheidende Zeuge meldet. Und der Fall doch noch gelöst wird.

Viele Hinweise gehen ein

Der "Fall Domenico Lorusso" sorgte in der Sendung für das größte Aufsehen, und es ergaben sich auch einige Hinweise. Alfred Hettmer vom Landeskriminalamt Bayern - seit 30 Jahren bei "Aktenzeichen XY" dabei - fasste die Anrufe zusammen. Er hob besonders einen Hinweis hervor: Ein Mann habe angegeben, am Tatabend den Verdächtigen beobachtet zu haben. Der sei ihm mit seiner "auffälligen Erscheinung" in Erinnerung geblieben und er sei sich sicher, dass er diesen Mann auf jeden Fall auch heute noch wiedererkennen würde.

 

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