1. FC Saarbrücken bangt Pyro-Wahnsinn bei Relegation von TSV 1860 zu befürchten

, aktualisiert am 23.05.2018 - 19:15 Uhr
Polarisieren: Ultras der AS Nancy. Foto: imago/Panoramic

Die Ultras des 1. FC Saarbrücken pflegen eine Fan-Freundschaft mit einer fragwürdigen Fangruppierung aus Frankreich. Vor der Relegation gegen den TSV 1860 gibt es große Bedenken, dass es zum nächsten Pyro-Wahnsinn kommen könnte.

 

Saarbrücken - Es leuchtet grell, beißender Rauch liegt in der Luft, glühend heiße Bengalo-Fackeln und gefährliche Feuerwerkskörper fliegen in Richtung unbeteiligter Fußball-Fans.

Chaoten der AS Nancy

Dieses Angst-Szenario von Sicherheitskräften bei Fußballspielen ist auch vor dem Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die Dritte Liga zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem TSV 1860 (17.30 Uhr, im AZ-Liveticker) zu befürchten (hier geht es zum Newsblog zur Relegation).

Der Grund dafür ist die enge und langjährige "Fan-Freundschaft" zwischen Saarbrücker Ultras und Ultras der AS Nancy, einem französischen Zweitligaverein aus dem nahen Lothringen.

Bedenklich: Die Ultras der AS Nancy sind über Frankreich hinaus berüchtigt für wahre Pyro-Exzesse. Und: Wie die AZ nun aus Saarbrücker Ultrakreisen erfuhr, haben sich eben jene Chaoten auch für das Relegations-Hinspiel der Löwen in Saarbrücken angekündigt.

Beinahe Spielabbruch beim 1. FC Saarbrücken

Das letzte negative Beispiel dieser Ultra-Verbindung ist noch gar nicht lange her. Im Saarlandpokal-Spiel beim FC Homburg im März hätten Saarbrücker und lothringische Krawallmacher gemeinsam beinahe für einen Spielabbruch gesorgt. Dass der FCS beim Erzrivalen 2:1 siegte, rückte in den Hintergrund.

Zu Beginn beider Halbzeiten hatten Bengalos im FCS-Block gebrannt, Böller und Leuchtraketen flogen in Richtung Spielfeld und Homburger Fans, wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtete.

"Ein bisschen Fackel hochhalten, vielleicht ein bisschen Böller werfen auch noch. Das gehört vielleicht dazu", sagte Saarbrückens Trainer Dirk Lottner damals: "Aber permanent Leuchtraketen Richtung Spieler schießen, hat beim Fußball nichts zu suchen. Wir müssen als Verein und Mannschaft da mal ein Zeichen setzen."

Dirk Lottner distanziert sich

Lottner distanzierte sich daraufhin strikt vom eigenen Anhang, verbat seinen Spielern, zum Abklatschen in die eigene Kurve zu gehen: "Ich habe der Mannschaft nach dem Spiel gesagt, dass ich mich mit so einem Verhalten nicht identifizieren kann", erklärte der einstige Kölner Bundesligaprofi.

Bitter: Nach dem Spiel gingen rund 200 Chaoten in der Nähe eines Gymnasiums aufeinander los. Die saarländische Polizei stufe indes viele Schläger aus dem Saarbrücker und lothringischen Umfeld unter der Kategorie "Gewalttäter Sport" ein. Schlagstöcke und Pfefferspray mussten damals eingesetzt werden.

Wie die AZ nun weiter erfuhr, treffen sich die Ultras aus Saarbrücken und Nancy am späten Donnerstagvormittag auf dem St. Johanner Markt, mitten in der Saarbrücker Innenstadt. Sechzig-Fans sollten diese Gegend besser meiden, hieß es.

Friedliches Rückspiel in Giesing?

Bleibt am Ende die Hoffnung, dass es friedlich zugeht und sich alle Fanlager besinnen. Und dass die Polizeien in beiden Städten die Lage im Griff haben - in Saarbrücken und am Sonntag zum Rückspiel (14 Uhr) in München. 

Video: Pressekonferenz mit Daniel Bierofka vor dem Relegations-Hinspiel

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