0:1 gegen Mexiko Der deutsche WM-Fehlstart in der AZ-Analyse

Mesut Özil bemühte sich zwar immer wieder um Ballkontakte, die entscheidenden Pässe fehlten aber. Genauso das Tempo in seinen Aktionen. Foto: David Klein/CSM via ZUMA Wire/dpa

Der zuletzt kritisierte Mesut Özil enttäuscht beim WM-Start der deutschen Nationalelf gegen Mexiko. Für Bundestrainer Joachim Löw gibt es noch weitere Probleme. Die Analyse der AZ.

 

München/Moskau - Die Pfiffe der deutschen Fans blieben diesmal aus – aber das konnte Mesut Özils Laune kaum heben. Der Spielmacher des Weltmeisters zeigte beim 0:1 gegen Mexiko wie fast alle seiner Kollegen eine enttäuschende Leistung, Özil trug sogar zur Niederlage bei: Vor dem Siegtor des Außenseiters ließ er Hirving Lozano ganz einfach vorbeilaufen (35.), er verweigerte den Zweikampf im Strafraum.

Lozano bedankte sich, knallte den Ball ins kurze Eck. Für Özil setzen sich die enttäuschenden Wochen nach der Erdogan-Affäre zum WM-Start fort.

"Ich bin mir sicher, dass er auf den Punkt da sein wird", hatte Mitspieler Julian Draxler vor der Partie noch über Özil gesagt, der Arsenal-Star sei "unser kreativster Spieler", so Draxler.

Mesut Özil: Entscheidende Pässe fehlen gegen Mexiko

Doch das zeigte Özil nur in der Anfangsphase, als er Joshua Kimmich mit einem Traumpass in die Tiefe der Abwehr bediente (12.). Anschließend bemühte sich Özil zwar immer wieder um Ballkontakte, die entscheidenden Pässe fehlten aber. Genauso das Tempo in seinen Aktionen.

"Wir haben immer wieder zurückgespielt und sind nicht zum Abschluss gekommen", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Wir haben halbherzig nach vorne gespielt." Die Kritik ging sicher an Özil, aber nicht nur. Insgesamt erwies sich das deutsche Zentrum als größtes Problem zum WM-Auftakt. Sami Khedira blieb weiter hinter seinen Möglichkeiten zurück und wurde nach einer Stunde für Marco Reus ausgewechselt. Und selbst Souverän Toni Kroos enttäuschte: Besonders in der ersten Halbzeit ließen sich die beiden deutschen Sechser von Mexikos Mittelfeld immer wieder überlaufen. Sie wirkten behäbig und unkonzentriert.

Was nun, Herr Löw? Klar ist, dass es vor dem zweiten Gruppenspiel am Samstag gegen Schweden Änderungen geben muss, geben wird. Speziell im zentralen Mittelfeld. Für Özil könnte Reus auf die Zehnerposition rücken. Der Dortmunder war gegen Mexiko nach seiner Einwechslung eine der wenigen positiven Erscheinungen im deutschen Team, er suchte auch mal den Torabschluss.

Auf der Sechserposition ist Khedira, der konditionelle Mängel offenbarte, der erste Streichkandidat. Leon Goretzka, Sebastian Rudy oder Ilkay Gündogan könnten gegen Schweden eine Chance erhalten. Manchester-City-Profi Gündogan, der wie Özil Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschossen hatte, kam diesmal nicht zum Einsatz.


Sami Khedira wurde im Spiel gegen Mexiko ausgewechselt. Foto: Cristian Charisius/dpa

Und geht es nach Stefan Effenberg, soll das auch so bleiben: "Beide wussten definitiv, was sie tun, das ist Fakt. Fakt ist dann auch, dass der DFB – wäre er konsequent – beide besser zuhause gelassen hätte", sagte Effenberg bei "Sport1" zur Erdogan-Affäre. Nun habe der DFB ein "Riesenproblem", so der Ex-Bayern-Profi weiter, "und das Problem werden sie die nächsten vier Jahre mit sich herumtragen. Punkt, Ende, Aus!" 

Harte Worte. Bundestrainer Löw steht aber weiter zu Özil und Gündogan. Er braucht ihre Kreativität im Offensivspiel. Gegen Mexiko wurden Überraschungsmomente vermisst. "Die Mexikaner haben schonungslos die Schwächen aufgedeckt", sagte Kroos: "Natürlich sind wir jetzt unter Druck, ohne Frage. Wir brauchen sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen." Die erste Chance hat das DFB-Team um Özil verpasst.

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