Nicht nur OB Krause: Diese Promis greifen auf der Wiesn zum Schlegel

Die Erwartungen sind hoch. Der Druck ist groß. Man möchte grad wirklich nicht in seiner Haut stecken. Schließlich steht OB Dominik Krause (Grüne) am Samstag die alljährlich wohl wichtigste Amtshandlung des Münchner Stadtoberhaupts bevor (zumindest was das beinah weltweite mediale Interesse anbelangt): Am 19. September hat Oberbürgermeister Krause seine Anzapf-Premiere!
Wer sonst noch anzapfen wird
Um Punkt zwölf Uhr wird er im Schottenhamelzelt das erste Fass Wiesnbier anzapfen und damit das 191. Oktoberfest offiziell eröffnen. Wie viele Schläge wird Krause brauchen? Schafft er’s gleich bei seiner Premiere sogar mit nur zwei Schlägen, wie bei seinem erfolgreichen Anzapf-Training?
Fest steht bislang nur, dass es ein riesiges Anzapf-Spektakel sein wird. Doch auch wenn der Fokus natürlich auf OB Krause liegt: Er wird am Samstag nicht als Einziger auf der Theresienwiese den Schlegel schwingen. Auch in anderen Festzelten wird um zwölf Uhr angezapft – mal von mehr oder weniger prominenten Persönlichkeiten, mal von den Wirtsleuten selbst.
Ein tatsächlicher Promi hat sich im Marstall-Festzelt der Familie Able angekündigt. Wie Wiesnwirt Siegfried Able der AZ verraten hat, wird bei ihm heuer Schauspieler Ralf Moeller anzapfen. An Kraft dürfte es dem einstigen Mister Universum und "Gladiator" (vom gleichnamigen oscarprämierten Blockbuster) jedenfalls schon mal nicht fehlen. Mit Francis Fulton-Smith zapft ein weiterer Schauspieler in den Wildstuben von Festwirt Klaus Renoldi an. Bei der Wirtefamilie Steinberg im Hofbräu-Festzelt greift Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) zum Schlegel. Schließlich geht’s ja auch ums staatliche Hofbräu.

Dieser bekannte Münchner zapft in der Schützenlisl an
Ein weiterer Politiker, der am Samstag beim Fassanstich sein Bestes geben wird, ist der Landtagsabgeordnete und ehemalige Zweite Münchner Bürgermeister Josef "Seppi" Schmid (CSU). Er zapft schon fast traditionell in der Fischer-Vroni an.
Einen ganz besonderen Anzapfer hat dieses Jahr das Schützenlisl Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn: Beim neuen Festwirte-Trio Michi Bietsch, Florian Fendt und Manfred Kneifel wird einer der bekanntesten Kirchenmänner des Landes den Schlegel auf den Wechsel hauen: Pfarrer Rainer Maria Schießler, der früher auf der Wiesn gekellnert hat.

Im Schützenzelt gibt’s immer wieder mal, so auch heuer, die Möglichkeit, sich fürs Anzapfen zu bewerben – vorausgesetzt, man ist eine Frau. "Viele Mädels bewerben sich, dann gibt’s ein Losverfahren", erzählt Wiesnwirt Mathias Reinbold. Die Auserwählte könne bei Löwenbräu ein kleines Training bekommen. Trotzdem kam’s auch schon mal zu einem Fass-Anstich mit zwölf Schlägen. Der Stimmung im Zelt tat’s keinen Abbruch. Ganz unkompliziert geht die Auswahl im Festzelt Zur Bratwurst bei Werner und Eva Hochreiter vonstatten. "Meistens schauen wir uns am Eröffnungstag der Wiesn die Gästeliste an und entscheiden dann spontan, wer anzapfen darf", sagt Werner Hochreiter von der Bratwurst: "Manchmal macht’s auch Eva."
Hier wird nicht angezapft
Richtig Power am Fass und perfekte Treffsicherheit zeigt alljährlich auch Steffi Spendler, die Wiesnwirtin vom Löwenbräu-Festzelt. Erstmals wird dieses Jahr auch in der Bräurosl von Peter und Franziska Reichert (die heuer geheiratet haben – AZ berichtete) die Wirtin zum Schlegel greifen. "Das hat sich Peter gewünscht", erzählt Franziska Reichert, die für kommenden Samstag auch schon längst ein Anzapftraining absolviert hat.
In etlichen Festzelten bringen die Wirte das Bier selbst zum Fließen, beispielsweise Thomas Vollmer (Augustinerzelt) oder Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt). Im Paulanerzelt, das dieses Jahr erstmals von Lorenz und Christine Stiftl betrieben wird, zapft mit Christian Dahncke traditionsgemäß der Braumeister an.
In der Ochsenbraterei wird indes tatsächlich gar nicht angezapft. Dort fließt das Wiesnbier nach der Begrüßung und einem Tusch einfach ab zwölf Uhr. Festwirtin Antje Haberl sagt: "Die Ehre des Anzapfens gehört doch traditionell unserem Oberbürgermeister."