Eine Chronik der Zwischenfälle am Flughafen München

Notlandungen, Fahrwerksprobleme, Kollisionen: Ein Überblick über ausgewählte Vorfälle, die die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung seit 1992 am Flughafen München dokumentiert hat.
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Eine aus Wien kommende Fokker 70 muss 2004 notlanden (Archivbild)
Eine aus Wien kommende Fokker 70 muss 2004 notlanden (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Notlandung, Kollision, über die Startbahn gerutscht: Mindestens 15 Zwischenfälle hat es am Flughafen München seit seiner Eröffnung im Jahr 1992 gegeben, die von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) untersucht wurden - bei mehr als 11,3 Millionen Flugbewegungen. Hinzukommen die beiden jüngsten Pannen vom vergangenen Samstag und Montag. Sämtliche Fälle sind glimpflich ausgegangen. Eine Übersicht von einigen Vorfällen auf Basis der Untersuchungsberichte aus der BFU-Datenbank.

16. Oktober 1993

Wegen starker Rauchentwicklung im Cockpit muss eine Maschine MD-81 notlanden. Das Flugzeug befand sich auf einem Flug von München nach Zürich und hatte 88 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder an Bord. Wegen des Rauchs kehrte die Maschine um. Beim Landen hatten die Piloten kaum noch Sicht im Cockpit. Bei der vorsorglichen Notevakuierung der Maschine wurden 14 Reisende und ein Besatzungsmitglied leicht verletzt.

14. September 2002

Ein im italienischen Cagliari gestartetes Verkehrsflugzeug vom Typ Canadair CL 600 landet mit eingefahrenem Bugfahrwerk, da nur die beiden Hauptfahrwerke ausgefahren werden konnten. Das Flugzeug kam auf der Landebahn zum Stehen. An Bord waren 49 Fluggäste und vier Besatzungsmitglieder. Die Insassen verließen das Flugzeug durch die Notausgänge über den Tragflächen und den vorderen Ausgang. 

5. Januar 2004

Eine aus Wien kommende Fokker 70 muss notlanden. Zuvor waren Probleme mit einem Triebwerk festgestellt worden. Auslöser war Eisbildung. Die Maschine setzte etwa 4,5 Kilometer vor der Landebahn auf einem schneebedeckten Acker auf und kam mit teilweise ausgefahrenem Fahrwerken auf dem Rumpf liegend schwer beschädigt zum Stillstand. Vier Besatzungsmitglieder und 28 Fluggäste konnten die Maschine selbst verlassen.

17. August 2007

Beim Rollen zur Startbahn bricht bei einem Airbus A 330-200 bei einer Kurvenbewegung ein Fahrwerksträger. Die Piloten bremsten die Maschine unverzüglich. Die 244 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder verließen das Flugzeug auf dem Rollweg unverletzt über Treppen.

21. September 2007

Beim Landeanflug einer aus München kommenden DHC-8-400 in Florenz lässt sich das Bugfahrwerk nicht ausfahren. Die Piloten entschieden, nach München für Notlandung nur mit ausgefahrenen Hauptfahrwerken zurückzukehren. Das Bugfahrwerk war verklemmt, nachdem eine Schraubenfeder gebrochen war. Die Passagiere konnten die Maschine über die Treppe verlassen.

17. Mai 2012

Während des Steigfluges einer ATR 72-500 mit vier Besatzungsmitgliedern und 58 Passagieren an Bord stellt eine Flugbegleiterin Rauch in der Kabine fest. Die Maschine kehrte um und kollidierte beim Landen mit einer der Antennen der sogenannten Sichtweitenmessanlage. Das Bugfahrwerk kollabierte an einer Bodenwelle, die Maschine blieb nach etwa 300 Metern im Gras stehen. Bei der Evakuierung über die beiden Notausgänge erlitten sechs Passagiere leichte Verletzungen.

20. Januar 2016

Eine Airbus A320-216 kollidiert beim Anrollen von der Enteisungsfläche mit zwei Enteisungsfahrzeugen. Personen wurden nicht verletzt.

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