Zugspitz-Wirt Barth stirbt an seltener Krankheit: "Er hat doch so gern gelebt"

"Schia war’s!" – mit diesen Worten nimmt die Familie Abschied von Hansjörg Barth. 40 Jahre lang war er Wirt des "Münchner Hauses", der höchstgelegenen Hütte Deutschlands. Weshalb er gestorben ist.
Maximilian Neumair |
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Der Hüttenwirt des Münchner Haus auf der Zugspitze, Hansjörg Barth steht im Jahr 20217 auf der Zugspitze bei Grainau in der Hüttentür. Seit 2023 führen seine Kinder das Wirtshaus.
Der Hüttenwirt des Münchner Haus auf der Zugspitze, Hansjörg Barth steht im Jahr 20217 auf der Zugspitze bei Grainau in der Hüttentür. Seit 2023 führen seine Kinder das Wirtshaus. © Angelika Warmuth (dpa)

Die Zugspitze hat ein Stück Seele verloren: Der bei Bergsteigern bekannte Wirt Hansjörg Barth ist Medienberichten zufolge im Alter von 78 Jahren Ende Februar verstorben. Der Grund: Die seltene Krankheit Amyloidose, bei der falsch gefaltetes Eiweiß sich in den Organen ablagert und diese so sehr verstopft, dass sie ihre Arbeit nicht mehr machen können.

Am Donnerstag ist Barth auf dem Friedhof Partenkirchen beerdigt worden. "Er hat sehr gekämpft", sagt seine Frau Andrea Zwinger dem "Münchner Merkur", "Er hat doch so gern gelebt." Passend dazu steht auf seiner Traueranzeige "Schia war’s!" Ein Kommentator unter seiner Todesnachricht auf Facebook fasst den Wirt so zusammen: "Ein bayerisches Urgestein, geradlinig, direkt, aufrichtig, das Herz am richtigen Fleck."

Wirt Barth schätzte alten Stil der Hütte

Barth war 40 Jahre lang Hüttenwirt des "Münchner Hauses", die höchstgelegene Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) auf deutschem Boden. Sie wurde bereits 1897 auf dem Westgipfel der Zugspitze erbaut und seitdem nicht wesentlich verändert. Deshalb wirkt sie inmitten der vielen Hightech-Gebäude laut DAV ein wenig aus der Zeit gefallen.

Zugspitze-Besucher genießen die Sonne vor dem Münchner Haus, Deutschlands höchster Hütte.
Zugspitze-Besucher genießen die Sonne vor dem Münchner Haus, Deutschlands höchster Hütte. © Horst Rudel/imago

Genau darüber freute sich Barth: Er schätzte, wie viel originale Substanz die Hütte noch hat, wie es in einem BR-Bericht aus dem Jahr 2022 heißt. Zu Barths Anfangszeit, als er die Hütte 1982 übernahm, gab es dort nur eine Waschschüssel und ein Plumpsklo. Seine Familie bewirtschaftet das Haus bereits seit rund 100 Jahren, angefangen mit seinem Großvater Anselm Barth 1924. 2023 übergaben Barth und seine Frau die Hütte an ihre Kinder Toni und Theresa Zwinger.

Auch abseits der Hütte war der Wirt ein Multitalent: Er war Schlossermeister, Skilehrer, Maler und engagierte sich für die Bayernpartei im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, dessen Kreistag er von 2013 bis 2018 angehörte.

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