Zu hohe Last: Enorme Schneeschäden in den bayerischen Wäldern

Der Winter hat in ganz Südbayern viele Bäume zerstört – auch im Tegernseer Tal. Der Forst-Chef erklärt, was jetzt zu tun ist.
| Klaus Wiendl
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Auf vielen Wegen liegen große, umgestürzte Bäume.
Klaus Wiendl 2 Auf vielen Wegen liegen große, umgestürzte Bäume.
Jörg Meyer ist Forstbetriebsleiter. Er braucht dieses Jahr zusätzliche Helfer zum Aufräumen im Wald.
Bayerische Staatsforsten 2 Jörg Meyer ist Forstbetriebsleiter. Er braucht dieses Jahr zusätzliche Helfer zum Aufräumen im Wald.

Der Winter hat in ganz Südbayern viele Bäume zerstört – auch im Tegernseer Tal. Der Forst-Chef erklärt, was jetzt zu tun ist. Und was er sich vor allem für die kommende Zeit wünscht: Regen.

München - Entwurzelte, zerbrochene, umgeknickte Bäume: Ein Bild der Verwüstung ist derzeit in den Wäldern im Raum Tegernsee. Der Grund für die Zerstörung: die Schneemassen Anfang des Jahres.

Jörg Meyer zieht eine ernüchternde Bilanz. Als Forstbetriebsleiter Schliersee spricht er von nicht unerheblichen Schäden in seinem Zuständigkeitsbereich. Auf 20.000 Kubikmeter Holz schätzen seine Revierleiter die umgestürzten Bäume.

Enorme Baumschäden durch zu hohe Schneelast

Doch nicht nur die Riesen im Wald traf es, auch bei jüngeren Beständen seien Schäden zu beobachten. "Oftmals wurde der Wipfel durch die schwere Schneelast abgebrochen", sagt Meyer.

"Wir bemühen uns, den Schneebruch so schnell als möglich aufzuarbeiten". Denn die Sorge geht um, "dass die herumliegenden Baumteile ideales Brutmaterial für den Borkenkäfer sind, der dann großflächig in den Wäldern auftritt. Dem muss so schnell als möglich begegnet werden".

Auf vielen Wegen liegen große, umgestürzte Bäume.
Auf vielen Wegen liegen große, umgestürzte Bäume. © Klaus Wiendl

Große Sorgen vor dem Borkenkäfer

Dafür habe Meyer bereits "zusätzliche Mannschaften" geordert, die in schwer zugänglichen Bereichen das Holz mit der Hand entrinden. "Wo wir mit Fahrzeugen hinkommen, werden wir dies mit Seilbahnanlagen und Seilschleppern aufarbeiten".

In den höheren Lagen liege allerdings noch so viel Schnee, dass man noch nicht hinkomme. "Aber es läuft jetzt an".

Meyer rechnet damit, dass die außergewöhnlich großen Schäden, die über die ganze Gebirgsfläche verteilt sind, etwa im Herbst aufgearbeitet sein könnten.

Besonders getroffen habe es das Revier Bad Wiessee mit dem Kreuther Tal. "Zur Schwarzen Tenn hoch sind links und rechts des Fahrwegs hohe Schäden entstanden. Der Tegernseer Raum blieb nicht verschont". Von einer Apokalypse will er allerdings noch nicht sprechen. Für Meyer steht nun die Koordination und der Einsatz der Waldarbeiter im Vordergrund.

Jörg Meyer ist Forstbetriebsleiter. Er braucht dieses Jahr zusätzliche Helfer zum Aufräumen im Wald.
Jörg Meyer ist Forstbetriebsleiter. Er braucht dieses Jahr zusätzliche Helfer zum Aufräumen im Wald. © Bayerische Staatsforsten

Forst-Chef Meyer: "Wir brauchen nun ausreichend Regen"

Auch der Alpenverein hat heuer besonders viel zu tun: "Wir beseitigen zwar jedes Jahr die Winterschäden an den Wanderwegen, doch heuer war es besonders viel Schnee- und Windbruch", attestiert Rainer Toepel, Vorsitzender der DAV Sektion Tegernsee. Nicht nur der Weg zur Tegernseer Hütte am Roß- und Buchstein von Bayerwald aus musste freigeschnitten werden, auch am Weg von der Schwarzen Tenn zur Buchsteinhütte wurden Motorsägen eingesetzt.

"In diesem Ausmaß hatten wir diesen Schneebruch in den letzten Jahren nicht". "Drücken wir alle Daumen, dass es demnächst ausreichend Regen gibt, der dem Wald wahnsinnig guttun würde". Nicht auszudenken seien die Folgen, so Forst-Chef Meyer, "wenn es so trocken bleibt und noch ein Sturm dazukommt".

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