Zoff um neue Bibliothek: Einigung in letzter Minute

Die CSU macht einen Rückzieher und billigt das Konzept – der Architekt stellt Möglichkeiten zu Änderungen an der Fassade bald öffentlich vor.
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Architekt Dietrich Kappler mit einem früheren Umbau-Modell vor dem Luitpoldhaus. Diesen Plan änderte er nach Kritik mehrfach.
Klaus Schillinger 2 Architekt Dietrich Kappler mit einem früheren Umbau-Modell vor dem Luitpoldhaus. Diesen Plan änderte er nach Kritik mehrfach.
So soll die neue Bibliothek aussehen: Änderungen an der Fassade sind an den Fenstern und bei der Farbe möglich.
Büro Kappler 2 So soll die neue Bibliothek aussehen: Änderungen an der Fassade sind an den Fenstern und bei der Farbe möglich.

Die CSU macht einen Rückzieher und billigt das Konzept – der Architekt stellt Möglichkeiten zu Änderungen an der Fassade bald öffentlich vor.

NÜRNBERG Als brüllender Löwe gegen die „Schuhschachtel“-Architektur ist die CSU in die Diskussion um den Neubau der Stadtbibliothek gestartet. Gestern ist sie im Bauausschuss als Bettvorleger gelandet. Die Bibliothek kann wie geplant gebaut werden. Einziges Zugeständnis: Es gibt eine Veranstaltung mit den Altstadtfreunden und der Bauleute-Vereinigung Baulust, in der Architekt Dietrich Kappler seine Pläne und mögliche – minimale – Änderungen an der Fassade vorstellt. Beide Vereine hatten den Entwurf zuvor heftig kritisiert.

„Schuhschachtel“-Architekt Dietrich Kappler stellte nach dem einstimmigen Beschluss klar: „Die Planungen macht immer noch der Architekt. Es ist nicht die Öffentlichkeit, die die Fassade malt!“ Änderungen seien etwa bei den Fenstern möglich. „Die können 20 oder 50 Zentimeter in die Fassade eingerückt werden.“ Auch über Farbe, Struktur und Material der Oberfläche sei noch nicht entschieden. „Das werden wir ausführlich bemustern.“ Mit dem Etikett, Schuhschachteln zu bauen, könne er übrigens gut leben: „Sie sind nichts Negatives. Sie schützen den Inhalt und sorgen für Ordnung!“

Kulturreferentin Julia Lehner: „Eine Verzögerung ist nicht mehr hinnehmbar“

Mit dem Beschluss haben die Nürnberger Stadträte in letzter Minute eine peinliche Pleite verhindert. Hätte sich der 24,5 Millionen Euro teuere Bau weiter verzögert, hätte die Stadt Nürnberg 9,5 Millionen Euro Zuschüsse in den Wind schreiben können – das alte Luitpoldhaus am Gewerbemuseumsplatz hätte nie zu einer attraktiven Zentralbibliothek umgestaltet werden können – mit Blick vom Lesesaal auf die Burg.

Zuvor leitete CSU-Stadtrat Andreas Krieglstein den Rückzug der CSU ein. Hatte sein Fraktions-Chef Michael Frieser das Raumprogramm noch in Frage gestellt und eine Aufteilung der Bibliothek in verschiedene Gebäude angeregt, bekannte sich die CSU nun zu dem Konzept und dem Standort. Schließlich hat es Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) auf den Weg gebracht. „Eine Verzögerung ist nicht mehr hinnehmbar“, sagte sie in der Sitzung.

Wann die Infoveranstaltung stattfinden soll, steht noch nicht fest. Dafür aber der Bauablauf: Im August rollen die Abrissbagger an. Der Rohbau beginnt im Februar des nächsten Jahres. 2011 muss die neue Bibliothek in Betrieb sein – sonst fließen keine Zuschüsse.

Michael Reiner

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