Wunsiedel: Tierheim kämpft für 48 Welpen

Die Hunde werden beschlagnahmt, sie kauern eingepfercht in einem Transporter. Nun soll die Züchterin sie wieder bekommen.
| Helmut Reister
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Dieser Hund konnte gerettet werden. Vorerst.
Tierschutzbund Dieser Hund konnte gerettet werden. Vorerst.

Wunsiedel - Fast 50 Welpen, krank, in viel zu engen Käfigen zusammengepfercht: Vor wenigen Wochen wurden die kleinen Hunde, darunter Spitze, Chihuahuas, Havaneser und Border-Collies von den Behörden beschlagnahmt.

Jetzt soll ein Teil von ihnen wieder an die Züchterin zurückgegeben werden. Tierschützer sind entsetzt. Der Bundespolizei war der Transporter an der Grenze zu Tschechien bei Schirnding im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel aufgefallen.

Der Fahrer und sein Begleiter aus dem Nachbarland konnten zwar formal korrekte Papiere für die Tiere auf der Ladefläche vorlegen, doch die Polizei, der hinzugezogene Amtstierarzt und weitere Tierärzte bezweifelten die Angaben darin.

Falsches Alter bei Welpen angegeben

Es ging dabei vor allem um das angegebene Alter der kleinen Hunde von 15 Wochen. Robert Derbeck vom Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes, der sich in den Fall eingeklinkt und Strafanzeige gegen die tschechische Züchterin und die beiden Fahrer erstattet hat, ist von Tricksereien überzeugt.

"Einer tierärztlichen Begutachtung ihrer Zähne zufolge", erklärte er, "waren die Tiere etwa nur fünf bis neun Wochen alt." Die Welpen, darunter vier Kampfhunde, kamen auf behördliche Anordnung hin zunächst ins Tierheim in Wunsiedel und wurden danach auch auf die Tierheime in Feucht und Nürnberg verteilt – dennoch haben es manche davon nicht überlebt.

Dieser Hund konnte gerettet werden. Vorerst.
Dieser Hund konnte gerettet werden. Vorerst. © Tierschutzbund

"Die Welpen befanden und befinden sich alle in einem geschwächten und kranken Zustand und in Quarantäne. Trotz tierärztlicher Behandlung und intensiver Pflege durch Fachpersonal sind bereits sieben Hundewelpen gestorben", beschreibt Derbeck die desolate Lage und weist auf die Qualen hin, die die Tiere durch die Transportbedingungen erleiden mussten.

Hunde sollen wieder zur Züchterin zurück

Umso empörter ist der Tierschützer jetzt, dass elf Hunde auf Anordnung des Amtstierarztes wieder an die tschechische Hundezüchterin zurückgegeben werden sollen. Gegenüber der AZ wies der Amtsveterinär des Landratsamtes Wunsiedel auf die rechtlichen Schwierigkeiten hin. Seine Behörde müsse in jedem Einzelfall zweifelsfrei belegen können, dass die Papiere gefälscht seien. Das sei aber nicht immer möglich.

Das Tierheim in Wunsiedel hat eine erste Aufforderung zur Herausgabe der Hunde verweigert. "Daran wird sich auch nichts ändern. Einer solchen Züchterin die Hunde wieder zurückzugeben, ist nicht zu fassen", erklärt Derbeck und kündigt Widerstand an.

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