Wirecard-Aktie stürzt nach Zeitungsbericht ab

Ein Bericht der "Financial Times" über Bilanzierungsprobleme beim Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Aktie des Dax-Konzerns am Dienstag abstürzen lassen. Sie brach am Morgen um 25 Prozent ein, legte dann rasch wieder zu und pendelte sich schließlich bei einem Kurs von 15 Prozent unter Vortag ein.
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Umhängebändchen mit der Aufschrift "wirecard" liegen während der Wirecard - Hauptversammlung in einem Glasbehälter. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild
dpa Umhängebändchen mit der Aufschrift "wirecard" liegen während der Wirecard - Hauptversammlung in einem Glasbehälter. Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild

München - Ein Bericht der "Financial Times" über Bilanzierungsprobleme beim Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Aktie des Dax-Konzerns am Dienstag abstürzen lassen. Sie brach am Morgen um 25 Prozent ein, legte dann rasch wieder zu und pendelte sich schließlich bei einem Kurs von 15 Prozent unter Vortag ein. Das war der niedrigste Stand seit April.

Die Londoner Finanzzeitung berichtete, interne Dokumente des Unternehmens und Korrespondenz hochrangiger Manager der Finanzabteilung erweckten den Anschein, als könnten Umsätze und Gewinne in Dubai und Irland zu hoch ausgewiesen worden sein. Möglicherweise sei versucht worden, den Wirtschaftsprüfer EY zu täuschen. Der Börsenwert von Wirecard fiel kurz nach Börsenstart von 17,5 auf 13,2 Milliarden Euro. Im Laufe des Tages erholte sich der Wert wieder und stieg auf 14,7 Milliarden Euro.

Eine Wirecard-Sprecherin wies den Bericht als "falsch und verleumderisch" zurück. Alle Zahlen des Konzerns seien im Rahmen des Konzernabschlusses geprüft. Der "Financial Times"-Artikel sei eine Zusammenstellung von Vorwürfen, die Autor Dan McCrum schon zuvor in einer Serie diffamierender Artikel erhoben habe und die allesamt widerlegt seien.

Schon Anfang des Jahres hatten "FT"-Berichte über Bilanzunregelmäßigkeiten in Singapur die Wirecard-Aktie um die Hälfte einbrechen lassen. In Deutschland gehen Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht Bafin dem Verdacht unerlaubter Marktmanipulation durch Spekulanten nach, die mit schlechten Nachrichten die Aktie unter Druck bringen und mit Leerverkäufen daran verdienen.

Das Unternehmen in Aschheim bei München hatte eingeräumt, dass einige Posten bei einer Tochter tatsächlich falsch verbucht wurden, allerdings in geringerem Umfang als von der Zeitung suggeriert. Systematische Luft- und Falschbuchungen schloss Wirecard aus.

Wirecard verdient sein Geld hauptsächlich mit der Abwicklung elektronischer Zahlungen an Ladenkassen, profitiert aber mit Risikoabsicherung und Händlerfinanzierung auch vom Online-Shopping.

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