Wie geht es nach dem Bürgerentscheid weiter?
Nach dem Bürgerentscheid in Nürnberg will die Stadt den Ausbau des staugeplagten Frankenschnellwegs nun vorantreiben. "Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben", kündigte Oberbürgermeister Marcus König (CSU) an. Die Stadt hatte diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten.
Der Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg spaltet seit vielen Jahren die Stadt und beschäftigte bereits mehrere Gerichte, wo die Gegner Niederlagen kassierten. Beim Bürgerentscheid waren nun rund 380.000 wahlberechtigte Nürnbergerinnen und Nürnberger gefragt.
Hohe Wahlbeteiligung
Mit rund 53 Prozent lehnte nach Auswertung des Wahlamts am Sonntag die Mehrheit den Bürgerentscheid ab und stimmte damit für den Ausbau der staugeplagten Verkehrsachse. Knapp 47 Prozent sprachen sich dafür aus, die Baupläne zu stoppen.
Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 40 Prozent und damit höher als bei früheren Bürgerentscheiden in Nürnberg. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass die Wahlberechtigten automatisch Briefwahlunterlagen zugeschickt bekommen hatten und viele diese nutzten.
Gegner wollen Bürgerentscheid akzeptieren
Der Frankenschnellweg ist die innerstädtische Verlängerung der Autobahn 73 und wird in Nürnberg zum Nadelöhr, weil mehrere Kreuzungen den Verkehr ausbremsen. Die Stadt will deshalb einen 1,8 Kilometer langen Tunnel für den Durchgangsverkehr errichten. Außerdem sind weitere Lärmschutzwände geplant und im Westen eine dritte Spur. Die Kosten sind mit rund einer Milliarde Euro veranschlagt, wovon das Land den Großteil tragen wird.
Die Initiatoren des Bürgerentscheids halten das Bauprojekt dagegen für zu teuer und für zu kurz gedacht. Aus ihrer Sicht wird es das Stauproblem nicht lösen, sondern noch mehr Verkehr - vor allem Lastwagen - auf die Strecke ziehen. Die Initiatoren kündigten allerdings noch am Sonntagabend an, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu akzeptieren.
Bauarbeiten werden viele Jahre dauern
Nach den Plänen der Stadt könnten nun bald die Vorbereitungen für die ersten Bauarbeiten beginnen. Zunächst sollen im Abschnitt West eine dritte Fahrspur und Lärmschutzwände entstehen. Start könnte im Frühjahr 2027 sein. Voraussichtlich 2030 könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt.
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