Werksschließung: Mitarbeiter streiken für höhere Abfindungen

Kein Quark mehr aus Rosenheim - das dortige Danone-Werk wird im nächsten Sommer geschlossen. Die Mitarbeiter sind erbost und fordern bessere Regelungen.
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Das Logo von Danone ist vor der Zentrale in Deutschland zu sehen. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild
dpa Das Logo von Danone ist vor der Zentrale in Deutschland zu sehen. Foto: picture alliance / dpa/Symbolbild

Rosenheim (dpa/lby) - Mit Transparenten und Mund-Nasenschutz haben am Mittwoch rund 50 Mitarbeiter des Rosenheimer Danone-Werkes für bessere Abfindungen bei der Schließung des Standorts im nächsten Jahr gestreikt. Wegen der Pandemie galt eine Abstands- und Maskenpflicht. Vor dem Werkstor waren für die Streikenden Mindestabstände auf dem Boden markiert. Sogar in der Coronakrise habe der Standort profitabel gearbeitet, sagte Georg Schneider, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Rosenheim-Oberbayern. Unter den 160 Mitarbeitern sei die Wut über die Werksschließung groß.

Ziel der eintägigen Arbeitsniederlegung sei es, die Geschäftsleitung zum Abschluss eines Sozialtarifvertrags zu bewegen. Darin sollen höhere Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten geregelt werden. Der von Danone angebotene Sozialplan reiche aus Sicht der Belegschaft nicht aus, sagte Schneider. Die Schließung treffe vor allem ältere Beschäftigte, die nur dürftige Job-Perspektiven hätten. 93 der insgesamt 160 Mitarbeiter seien älter als 50 Jahre. "Ohne gerechten Sozialtarif in die Altersarmut - Danone Verantwortung!", war auf Transparenten zu lesen.

"Wir sind gesprächsbereit auch mit der Gewerkschaft, aber Priorität hat für uns die Verhandlung mit dem Betriebsrat" sagte Unternehmenssprecherin Susanne Knittel. Diesem sei vor drei Monaten ein Vorschlag zu einem Sozialplan vorgelegt worden, der unter anderem das Angebot einer Abfindung, einer Transfergesellschaft sowie einer 70-prozentigen Gehaltsfortzahlung für Mitarbeiter ab 58 Jahren bis zu ihrem frühest möglichen Renteneintritt vorsehe. Seitens des Betriebsrates gebe es bisher keinen Gegenvorschlag. "Für uns steht der Sozialplan an erster Stelle, da in diesem alle Mitarbeiter berücksichtigt sind, nicht nur diejenigen, die in der Gewerkschaft organisiert sind."

Der französische Lebensmittelkonzern Danone hatte im Januar angekündigt, sein Frischkäse-Werk in Rosenheim zu schließen. Die Produktion soll im Juli nächsten Jahres eingestellt werden. In Rosenheim lässt Danone vor allem Quark-Joghurt-Cremes herstellen, zudem Quarks und Hüttenkäse. Danone hat nach eigenen Angaben 2018 mit über 100 000 Mitarbeitern weltweit fast 25 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

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