Werders Rettung muss nach 1:3 gegen Augsburg noch warten

Das Bangen für den SV Werder geht weiter. Die Bremer verpassten am drittletzten Spieltag durch ein 1:3 (0:2) gegen den FC Augsburg den vorentscheidenden Schritt zum Verbleib in der Fußball-Bundesliga. Mann des Spiels war der Augsburger Anton Kade. Der U21-Nationalspieler erzielte vor der Pause beide Tore in der 24. Minute und in der Nachspielzeit und baute seine Bilanz auf sechs Saisontreffer aus.
Romano Schmid (64.) konnte in der zweiten Halbzeit für die Bremer nur noch verkürzen. Der kurz zuvor eingewechselte Kristijan Jakic (69.) sorgte für Entscheidung zugunsten der Augsburger.
Die Gäste blieben zum fünften Mal nacheinander ohne Niederlage und können sich noch leise Hoffnungen auf den Europapokal machen. Die Bremer haben zwar noch immer sechs Punkte Vorsprung auf den FC St. Pauli auf dem Abstiegsrelegationsrang. Die Hamburger spielen aber erst am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen den FSV Mainz 05 und können den Rückstand verkürzen.
Starker Beginn von Werder
Dabei hatte es für die Bremer vor 40.000 Zuschauern gegen den FC Augsburg gut begonnen. Sie dominierten vom Anpfiff an, kombinierten bisweilen ansehnlich gegen die tiefstehenden Augsburger. Die ganz klaren Torchancen fehlten zunächst. Eine Flanke von Olivier Deman (5.) fälschte Augsburgs Robin Fellhauer beinahe ins eigene Tor ab.
Nach dem anschließenden Eckball traf Yukinari Sugawara (6.) aus 20 Metern noch das Außennetz. Bei der vermeintlich besten Möglichkeit durch einen Kopfball von Amos Pieper (15.) stand der Werder-Verteidiger im Abseits.
Überraschende Gäste-Führung
Von den Gästen war in der Offensive erst einmal wenig zu sehen. Ein Schuss von Michael Gregoritsch (9.) aus 28 Metern war ihre einzige nennenswerte Szene. Werder schien alles im Griff zu haben - und geriet dennoch überraschend in Rückstand. Einen Pass von Gregoritsch nutzte Kade.
Der Treffer zeigte Wirkung bei den Bremern. Der Schwung aus der Anfangsphase ging verloren, immer wieder störten Ungenauigkeiten das Aufbauspiel. Die Augsburger hatten nur noch wenig Mühe, Werder von ihrem Tor fernzuhalten - und selbst erfolgreich zu sein. In der Nachspielzeit war Kade per Kopf erneut zur Stelle und schickte die Bremer mit einem 0:2 in die Pause.
Werder-Trainer Thioune reagiert
Werder-Trainer Daniel Thioune reagierte und brachte zur zweiten Hälfte Samuel Mbangula, Salim Musah und Justin Njinmah. Die Maßnahme hatte Folgen. Njinmah (48.) scheiterte frei an Augsburgs Torwart Finn Dahmen, Musahs Kopfballtor (54.) wurde wegen Abseits von Flankengeber Deman nicht anerkannt.
Werder hielt den Druck aufrecht, doch Augsburgs Abwehr wackelte nur selten. Die Gäste hätten die Führung sogar ausbauen können, doch Bremens Schlussmann Mio Backhaus wehrte den Schuss von Alexis Claude-Maurice (61.) stark ab.
Als Schmid (64.) für die Bremer das Anschlusstor erzielte, keimte Hoffnung bei den Bremern auf. Doch diese wurde durch Jakic fünf Minuten später schnell erstickt. In der Schlussphase fehlte Werder die Kraft zum Aufbäumen. Ein Lattenschuss von Bremens Marco Grüll (90.) war noch der einzige Aufreger.