"Werden das stoppen": Nürnberg zittert nach Derby-Niederlage

In der vergangenen Saison spielte der 1. FC Nürnberg noch in der Bundesliga. Muss der «Club» nun bald den bitteren Gang in die 3. Liga antreten? Nach der Niederlage im 266. Franken-Derby werden die Sorgen bei den Nürnbergern immer größer. Coach Jens Keller bleibt.
| dpa
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Die Anzeigentafel zeigt den Spielstand von 0:1 an. Foto: Alexander Hassenstein/getty/Pool/dpa
dpa Die Anzeigentafel zeigt den Spielstand von 0:1 an. Foto: Alexander Hassenstein/getty/Pool/dpa

Nürnberg (dpa/lby) - Die Angst des 1. FC Nürnberg vor dem freien Fall bis in die 3. Liga wird immer größer. Der Fußball-Traditionsverein will aber auch nach der ernüchternden 0:1 (0:0)-Niederlage im 266. Franken-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth an Trainer Jens Keller für die Saisonendphase festhalten. "Ja, das bleibt so", versicherte Sportvorstand Robert Palikuca am Samstag. Keller glaubt unverdrossen an die Wende. "Es gibt Situationen, in denen man auf dem Boden liegt. Ich bin aber immer aufgestanden", betonte der 49-Jährige.

Die Nürnberger müssen immer mehr um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bangen. Die nach der Corona-Zwangspause weiter sieglosen Franken haben drei Spieltage vor Saisonende nur zwei Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 mit dem SV Wehen Wiesbaden. Der "Club" trifft am Dienstag im Kellerduell auf die Hessen, die mit einem 2:1 bei Holstein Kiel ein Zeichen im Abstiegskampf setzten. "Wir werden das stoppen", versicherte Palikuca. "Wir werden jetzt nach Wiesbaden fahren und mit allem, was wir haben, da auftreten und mit aller Macht versuchen zu gewinnen."

Der erst zur Halbzeit eingewechselte David Raum bescherte der Fürther Mannschaft von Trainer Stefan Leitl am Samstag mit seinem Tor in der 56. Minute den ersehnten Prestigesieg vor leeren Rängen. Nach dem Sieg im Geisterspiel-Derby können die Fürther für eine weitere Saison in der 2. Fußball-Bundesliga planen. "Es war wichtig, nach dem Restart einfach ein Ergebnis zu erzielen", meinte Leitl, dessen Mannschaft unmittelbar zuvor in fünf Partien ohne Dreier geblieben war.

Ein Franken-Derby ohne Fans? Für Nürnbergs Trainer Keller mehr als nur gewöhnungsbedürftig. "Leider sind unsere Fans nicht im Stadion. Es ist eine komische Stimmung für ein Derby", hatte Keller im TV-Sender Sky vor dem Anpfiff gesagt. Nur mit Zuschauern würde ein "richtiges Derby-Feeling" herrschen. Die Corona-Pandemie erlaubt aber keine Zuschauer in den Arenen.

Engagement war den Lokalrivalen am Samstag nicht abzusprechen. In den ersten 45 Minuten war aber auch viel Unruhe und Hektik in der Partie. Die Nürnberger, bei denen Enrico Valentini als Rechtsverteidiger Oliver Sorg ersetzte, waren im Angriff in erster Linie durch Youngster Robin Hack gefährlich. Der 21 Jahre Offensivspieler setzte durch einen Kopfball (7.) und einen Schuss von der Strafraumgrenze (18.) erste Ausrufezeichen.

Die Fürther, die ihre Startformation auf gleich vier Positionen geändert hatten, deuteten in einer ausgeglichenen ersten Hälfte immer wieder ihr spielerisches Potenzial an. Unruhe im "Club"-Sechzehner herrschte aber vor allem nach Standards, etwa bei den Kopfbällen von Daniel Keita-Ruel (35.) und Marco Caligiuri (39.). Mittelfeldspieler Paul Seguin (10.) hatte zuvor einen Freistoß nur knapp über das Tor von Nürnbergs Keeper Christian Mathenia gesetzt.

Die Riesenchance zur Führung hatte nach dem Seitenwechsel Valentini (49.). Der Rechtsverteidiger stand am Sechzehner auf einmal frei, verzog aber links am Tor von Schlussmann Sascha Burchert vorbei. Nun drückten die Fürther. Sebastian Ernst (50.) traf mit einem Kopfball nur den linken Außenpfosten. Wenige Minuten später vollendete der eingewechselte Außenstürmer Raum einen feinen Spielzug über Marco Meyerhöfer und Vorlagengeber Julian Green.

"Club"-Coach Keller brachte in der Schlussphase mit Felix Lohkemper und Sebastian Kerk noch einmal frische Offensivkräfte. Die entscheidenden Pässe bei den unstrukturierten Hausherren kamen aber einfach nicht an. Burchert lenkte wenige Sekunden vor dem Abpfiff einen Kopfball Lohkempers gerade noch über die Latte.

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