"Werbeblock" für Region? Nürnberg will Finals ausrichten
Nürnberg bewirbt sich um die Austragung der "Finals", also der parallelen deutschen Meisterschaften in unterschiedlichen Sportarten. Für das XXL-Event, bei dem jährlich die nationalen Meister in diversen Wettkämpfen und Disziplinen an einem Ort oder einer Region ermittelt werden, ist ein Budget von rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte davon will der Freistaat Bayern bezahlen. Das gab Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz unter anderem mit Oberbürgermeister Marcus König (CSU) im Nürnberger Max-Morlock-Stadion bekannt.
Wann genau die Finals nach Franken kommen könnten, das ist unklar. Zunächst muss Nürnberg sich mit einem Konzept bei den Organisatoren vorstellen. Die Verantwortlichen gehen von Austragungsjahren um 2030 aus, wie es hieß.
Kritik wegen Kosten
Die Idee der Finals ist, durch den gemeinsamen Termin und Ort mehr Aufmerksamkeit für - teils kleinere - Sportarten zu generieren. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk überträgt die Wettkämpfe umfangreich. Erstmals fanden die Finals 2019 in Berlin statt, zuletzt waren die Region Rhein-Ruhr (2023), Dresden (2024) und Hannover (2026) die Ausrichter. 2027 ist Stuttgart dran.
In Nürnberg gibt es bereits Kritik an dem Vorhaben. Die Linke im Stadtrat bemängelte, die für die Stadt zu erwartenden Kosten in Millionenhöhe wären "nachhaltiger in der Sportinfrastruktur und in der direkten Unterstützung der gemeinnützigen Sportvereine angelegt – dort, wo es dauerhaft bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommt". Die Region Hannover etwa beteiligte sich an den Kosten für die Finals in diesem Jahr mit 2,75 Millionen Euro. Die Stadt Stuttgart rechnet im nächsten Jahr mit Kosten von mehr als fünf Millionen Euro.
Söder und König setzen auf Werbeeffekt
Dem entgegnet Oberbürgermeister Marcus König (CSU), dass man das Event als "Werbeblock" sehen müssen für die Wirtschaft, Gastronomie und Hotellerie. "Auch wenn wir finanzielle Probleme haben, kann ich doch nicht alles zusperren", sagte König. "Dann machen wir alle Museen zu, sperren alles zu und dann warten wir ab, bis es besser wird... Davon wird es nicht besser. Deshalb müssen wir schauen, dass wir proaktiv agieren."
Ministerpräsident Söder sagte: "Ich habe da keine Empfehlung abzugeben, wie die Stadt Nürnberg es finanziert, aber jetzt sagen wir mal fünf Millionen in ein paar Jahren: Also wenn Nürnberg das nicht mehr schaffen würde als zweitgrößte Stadt, eine der stärksten Wirtschaftsräume..."
Der CSU-Chef ergänzte: "Wie man gegen Sport sein kann, habe ich bis heute nicht verstanden. Und übrigens, all diejenigen, die schlecht gelaunt sind in der Politik, sollen einfach mal fünf Runden hier im Stadion laufen. Danach haben sie zumindest keine Puste mehr zu motzen und zu maulen."
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