Wer Bock hat: Bitte melden!

Wie sich der Bestand der Alpensteinböcke in Bayern entwickelt hat, ist kaum erforscht – der LBV bittet um Mithilfe.
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Um Steinböcke zu sehen, muss man wissen, wo sie sich aufhalten. Findet man welche, sind sie kaum menschenscheu.
Maximilian Hahl/dpa Um Steinböcke zu sehen, muss man wissen, wo sie sich aufhalten. Findet man welche, sind sie kaum menschenscheu.

Er war schon so gut wie aus der Welt verschwunden. Der Steinbock galt noch Anfang dieses Jahrhunderts als stark vom Aussterben bedroht. Die ursprüngliche Population der Wildziege wurde bereits im ausgehenden Mittelalter massiv sowohl durch offizielle Jagd und Wilderei reduziert – früher galten fast alle verwertbaren Teile der Ziegen, von Blut über Haare und Horn, als magisch.

Inzwischen haben sich die Bestände des Alpensteinbocks wieder erholt. Die Errichtung des königlichen jagdlichen Schutzgebietes Grand Paradiso in Italien verhinderte das Aussterben. Später entstand dort der gleichnamige Nationalpark, aus dem heute fast alle Alpensteinböcke abstammen.

Gezielte Wiedereinbürgerungen von Tieren aus Zoos – auch aus dem Tierpark Hellabrunn – oder Umsiedlungen führten zu einem Anstieg der Steinbockzahlen in den Alpen: Laut Verband der Zoologischen Gärten leben dort heute wieder mehr als 45.000 Stück.

Das "Projekt Alpensteinbock" braucht Helfer

In Bayern kommen Steinböcke in den Allgäuer Hochalpen (Landkreis Oberallgäu), im Ammerwald (Garmisch-Partenkirchen), an der Benediktenwand (Bad Tölz), am Brünnstein (Rosenheim) sowie im Hagengebirge (Berchtesgadener Land) vor.

Das Wissen über die Höhe und Entwicklung des Bestandes in Bayern ist aber begrenzt, weil es im Gegensatz zu den anderen Alpenregionen keine systematischen Steinbockzählungen gibt.

Der Tierschutzverein LBV ruft deshalb auf zur Mithilfe beim "Projekt Alpensteinbock" für die Erforschung der Tiere: Über Jäger und Förster hinaus sollen auch Grundbesitzer und die Bevölkerung eingebunden werden. Wer ein Tier sichtet, kann das auf der Seite des LBV online melden.

Steinböcke sind ab etwa 1800 Metern anzutreffen. Sie besitzen aufgrund des geringen Jagddrucks gegenüber Menschen eine geringe Fluchtdistanz von wenigen Metern.

Wer sich ihnen nähert, warnt der LBV, achte aber auf Steinbocksteinschlag: Die Tiere begrüßen Wanderer mit Hund gern mit Lostreten von Gesteinsmaterial.

Wo man suchen kann

Sie würden gern Steinböcke beobachten und melden, wissen aber nicht, wo die am besten zu beobachten sind? Der Naturschutzverein LBV hat eine Liste der Projektgebiete zusammengestellt – mit Möglichkeiten für eine Übernachtung:

Allgäuer Hochalpen:

  • Kemptner Hütte
  • Rappenseehütte
  • Mindelheimer Hütte
  • Fidererpaßhütte

Ammergebirge:

  • Brunnenkopfhäuser
  • Hotel Ammerwald

Benediktenwand:

  • Tutzinger Hütte
  • Probstalmhütte

Kreis Rosenheim:

  • Brünnsteinhaus

Kreis Berchtesgaden:

  • Carl-von-Stahl-Haus
  • Wasseralm in der Röth
  • Purtschellerhaus

Mehr Informationen: dav.de

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