Droht ein Horror-Stau an der Grenze? Nächste Verkehrssperrung mitten in den bayerischen Ferien

Nachdem ein Gericht in Tirol einen Protest gegen zunehmenden Verkehr am Brenner genehmigt hat, soll nun auch der Fernpass dichtgemacht werden. Die Sperre dürfte Folgen für den bayerischen Verkehr nach sich ziehen.
von  Ralf Müller
Es kommt wieder zu Straßenblockaden in Tirol.
Es kommt wieder zu Straßenblockaden in Tirol. © Joeran Steinsiek/imago

Die Straßenblockaden in Tirol werden fortgesetzt. Nach der für den 30. Mai angekündigten so gut wie ganztägigen Sperrung der Brenner-Autobahn A 13 und der Brenner-Bundesstraße B 182 wird am Samstag, den 27. Juni, auch die Fernpassstraße für einige Stunden dichtgemacht.

Grund sind angemeldete Versammlungen von Bürgerinitiativen in den Bezirken Reutte und Imst, teilte die Tiroler Landesregierung am Wochenende in Innsbruck mit.

Vorgehensweise orientiert sich an Gerichtsurteil

Die Aktion folgt der Linie des Landesverwaltungsgerichts Tirol, das die Blockade der Brenner-Transitstrecken erlaubt hat. Deswegen werde auch die von der Bürgerinitiative "Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau" angemeldete Versammlung auf der viel befahrenen Bundesstraße nicht untersagt.

Das bedeutet, die Behörden haben wegen der jüngsten Rechtsprechung des Landesverwaltungsgerichts gar nicht erst den Versuch unternommen, die Versammlung zu verhindern. Die Bürgerinitiative will mit den Straßensperren ihre Ablehnung des "Fernpass-Pakets" der schwarz-roten Tiroler Landesregierung zum Ausdruck bringen. Sie befürchtet eine weitere Zunahme des Verkehrs.

Das sogenannte Fernpass-Paket soll Anwohner eigentlich entlasten – unter anderem durch den Bau eines Tunnels.

Tiroler Landesregierung empfiehlt, Route zu meiden

Die Fernpassroute wird am 27. Juni zwischen zehn und zwölf Uhr gesperrt werden. Betroffen sei der Streckenabschnitt bei Reutte/Katzenberg auf Außerferner Seite sowie Nassereith/Rastland auf Imster Seite, teilte das Land Tirol.

In einigen deutschen Bundesländern beginnen an diesem Wochenende die Sommer-Schulferien. Es werde empfohlen, die Fernpassroute möglichst zu meiden, so die Landesregierung.

Eine der wichtigsten Verkehrsachsen in den Alpen

Der Fernpass zählt zu den meistbefahrenen Alpenpässen der Ostalpen. Täglich nutzen bis zu 30.000 Fahrzeuge diesen Alpenübergang, in Ferienzeiten deutlich mehr. Der Großteil des Verkehrs besteht aus Urlaubsreisenden, insbesondere aus Deutschland.

Das umstrittene "Fernpass-Paket" soll den Bezirk Reutte besser an den Tiroler Zentralraum anbinden. Dafür sind unter anderem die Errichtung einer zweiten Röhre für den Lermoosertunnel sowie den Fernpasstunnel geplant. Der Bau des Lermoosertunnels soll 2027 starten.

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