Wegen Corona: 200.000 Kinder in Bayern konnten nicht Schwimmen lernen

Viele Kinder haben aufgrund der Pandemie nicht Schwimmen gelernt. Jetzt sind Kurse zwar wieder erlaubt, doch oft über Monate hinweg ausgebucht. Die Wasserwacht setzt deshalb jetzt auch auf virtuelle Hilfe.
| Leonie Fuchs
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Schwimmen ist eine überlebensnotwendige Fähigkeit. Doch Kurse sind derzeit in Bayern Mangelware.
Schwimmen ist eine überlebensnotwendige Fähigkeit. Doch Kurse sind derzeit in Bayern Mangelware. © Rolf Vennenbernd/dpa

München - Im Freistaat haben etwa 200.000 Kinder aufgrund der Pandemie nicht schwimmen gelernt - das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft am Freitag mit. 

"Ich hoffe natürlich nicht, dass wir jetzt eine Generation von Nichtschwimmern haben werden und wir werden alles tun, dass das nicht passiert", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) der AZ.

"Bayern schwimmt" - BRK will Eltern und Kinder motivieren

Mit der Kampagne "Bayern schwimmt" will die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) dem entgegenwirken. Sie soll Eltern dabei helfen, ihre Kinder sicher ans Wasser zu gewöhnen und zudem auf die Gefahren aufmerksam machen. Der Startschuss der Aktion fiel am Freitag im Freisinger Bad "Fresch" mit Kultusminister Michael Piazolo, dem Landesvorsitzenden der Wasserwacht Thomas Huber und dem Landesgeschäftsführer des BRK, Leonhard Stärk.

Huber sagte, man wolle mit der Aktion Kinder und Eltern motivieren, schwimmen zu lernen und sie für das Thema zu sensibilisieren - "und zwar rechtzeitig vor den Sommerferien".

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Wie wichtig dies ist, hat man kürzlich im "Fresch" bei Notarzteinsätzen gleich zwei Mal erleben müssen. Ein zwölfjähriger Bub und ein elfjähriges Mädchen wären dort fast ertrunken.

Die Kampagne sei für Piazolo ein "Herzensanliegen". Schwimmen sei eine "Kulturtechnik", die Spaß bringe. Zu ihr gehöre aber auch, dass man die Technik beherrsche - Schwimmen müsse sicher sein, anderen Sicherheit geben und könne im Notfall Leben retten.

"Schwimmen ist eine überlebensnotwendige Fähigkeit"

"Bayern schwimmt" findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt - pandemiebedingt virtuell. Es gebe schließlich einiges nachzuholen, so Piazolo: Der Schulsport in Bayern sei vielfach ausgefallen und Hallenbäder waren geschlossen. Die Kampagne, die in Form von Youtube-Videos im Internet zu finden ist (www.bayernschwimmt.de), würde eine "ergänzende" und "zeitgemäße" Möglichkeit zu Präsenzkursen bieten, sagte Huber. Ein virtuelles Lernformat könne jedoch nie "vollständiger Ersatz für analoges Training und das praktische Üben im Wasser sein". Ein Fokus bei den Videos liege auf Hinweisen für das Baden in Seen und Schwimmabzeichen.

Plädoyer für mehr Schwimmbäder

"Schwimmen ist eine überlebensnotwendige Fähigkeit", so Huber. Doch wer sein Kind aktuell für einen Schwimmkurs in Bayern anmelden will, braucht Geduld. Auch würden mehr Schwimmflächen und -zeiten in den Bädern benötigt, die Vereinen und Wasserwachtgruppen zur Verfügung gestellt werden müssten, so Huber zur AZ. "Damit kein Kind verlorengeht."

Schwimmbäder müssten demnach saniert, nicht geschlossen und neue gebaut werden, so der Appell an die Kommunen, die letztlich die Bäder zur Verfügung stellen würden, sagte Huber. In Badeseen alleine lasse sich dies nur schwer bewerkstelligen, erklärte auch Stärk.

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