Watzmann-Wand: Bergsteiger (30) stürzt in den Tod

Ein israelischer Bergsteiger ist in der Watzmann-Ostwand abgestürzt und ums Leben gekommen. Der 30-Jährige hatte sich am Freitag bei Schönau am Königssee alleine auf den Weg gemacht.
| gve
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Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1.800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen.
Bayerisches Rotes Kreuz 2 Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1.800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen.
Der Einsatz dauerte knapp vier Stunden: Sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen waren beteiligt.
Bayerisches Rotes Kreuz 2 Der Einsatz dauerte knapp vier Stunden: Sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen waren beteiligt.

Schönau am Königssee - Die Retter stellten nur noch den Tod des Mannes fest: Mehrere andere Bergsteiger beobachteten den Absturz; einige waren so schockiert, dass sie ihren Anstieg nicht mehr fortsetzen konnten und von Hubschraubern ins Tal geflogen wurden.

Nach Angaben des Bayerischen Roten Kreuzes war der 30-jährige Bergsteiger aus Israel beim Begehen der Watzmann-Ostwand an der Wasserfallplatte abgerutscht und zog sich bei seinem Sturz in rund 150 Meter Tiefe tödliche Verletzungen zu. Der Mann aus Israel wollte den Berchtesgadener Weg im Alleingang bewältigen.

Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1.800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen.
Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1.800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen. © Bayerisches Rotes Kreuz

Geschockte Bergsteiger werden ausgeflogen

Die Bergwacht Berchtesgaden sowie die Besatzungen des Salzburger Notarzthubschraubers "Christophorus 6" und des Polizeihubschraubers "Edelweiß 2" retteten insgesamt sechs weitere unverletzte Bergsteiger aus der Ostwand, die den Sturz direkt miterlebt hatten und nicht mehr weiter aufsteigen konnten.

"Christophorus 6" war von Schneewinkl mit einem Berchtesgadener Bergretter zu einem Suchflug gestartet, fand die Einsatzstelle in rund 1.700 Metern Höhe rasch und brachte dann per Tau den Flugretter und einen Bergwachtmann zum Abgestürzten - doch die Einsatzkräfte konnten nichts mehr für den Mann tun. Der Pilot setzte dann die beiden Retter oberhalb der Wasserfallplatte per Tau ab, die einen Standplatz bohrten und sich zu den betroffenen Bergsteigern abseilten.

Der Einsatz dauerte knapp vier Stunden: Sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen waren beteiligt.
Der Einsatz dauerte knapp vier Stunden: Sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen waren beteiligt. © Bayerisches Rotes Kreuz

Watzmann-Wand ist berühmt-berüchtigt

Die Helis flogen sie nach Sankt Bartholomä aus, wo die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot bereitstand. Der Kriseninterventionsdienst (KID) der Bergwacht kümmerte sich anschließend um die Unfallzeugen.

Anschließend nahm ein Beamter der Alpinen Einsatzgruppe (AEG) der Polizei den tödlichen Absturz auf und barg die Leiche zusammen mit der Bergwacht und dem Polizeihubschrauber, der den Abgestürzten nach Schneewinkl ausflog. Im Einsatz, der bis 13 Uhr dauerte, waren sechs Berchtesgadener Bergretter, ein Polizeibergführer, die BRK-Wasserwacht, der KID und die beiden Heli-Besatzungen.

Die 1881 zum ersten Mal durchstiegene Watzmann-Ostwand ist mit 1.800 Metern Höhe eine der höchsten Wände der Alpen. Ihre Ersteigung gilt zwar als klettertechnisch nicht übermäßig schwer, aber wegen der ungewöhnlichen Länge als außerordentlich anspruchsvoll. Nahezu jährlich verlieren Bergsteiger in der Wand ihr Leben, das hundertste Todesopfer wurde im Jahr 2010 gezählt.

Lesen Sie hier: Unfall im Lattengebirge - Mountainbiker (15) schwer verletzt

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