Wasser knapp, Wege gesperrt: DAV fordert mehr Klimaschutz

Gletscher schmelzen, Hütten kämpfen mit Wassermangel – und für Bergsteiger wird es teilweise gefährlicher: Der Deutsche Alpenverein fordert nach dem Hitzesommer mehr Anstrengungen.
dpa |
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Die Gletscher schwinden im gesamten Alpenraum. (Archivbild)
Die Gletscher schwinden im gesamten Alpenraum. (Archivbild) © Sabine Dobel/dpa
München

Schwindende Gletscher, brüchiger Fels, gesperrte Wege und Wassermangel auf Berghütten: Die Folgen der Klimakrise sind in den Alpen vielerorts unmittelbar zu sehen und zu spüren. Der Deutsche Alpenverein (DAV) warnt angesichts des Hitzesommers vor den Folgen. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz fordert der Bergsport- und Naturschutzverband Klimaschutz, Anpassung und Naturschutz zusammenzudenken und verlässlich zu finanzieren. 

"Wer heute bei Klima und Natur spart, zahlt morgen doppelt"

Die Berge seien ein Frühwarnsystem, erläuterte der DAV anlässlich der Kabinettsklausur der Bundesregierung. Es dürften nicht nur kurzfristige Lehren aus dem Hitzesommer 2026 gezogen werden. 

"Wer heute bei Klima und Natur spart, zahlt morgen doppelt: mit gesperrten Wegen, teuren Schäden und verlorener Sicherheit", sagte DAV-Präsident Roland Stierle.

An der Neuen Prager Hütte des DAV entstanden wegen des Wassermangels Trockentoiletten. (Archivbild)
An der Neuen Prager Hütte des DAV entstanden wegen des Wassermangels Trockentoiletten. (Archivbild) © Sabine Dobel/dpa

Besonders sichtbar sind die Veränderungen an den Gletschern. Sie verlieren weiter Eis und ziehen sich zurück. Gleichzeitig nehmen die Gefahren für Bergsteiger zu: Wenn Permafrost im Untergrund auftaut, können Felsen und ganze Hänge instabil werden. Nach Starkregen können Muren Wege und Brücken beschädigen oder unpassierbar machen.

Trockentoiletten und Wassermangel 

Weil Wasser in höheren Lagen zunehmend knapp wird, investiere der DAV unter anderem in Maßnahmen zur Wassereinsparung und Anpassung der Hütten, etwa mit Trockentoiletten.

Wanderer beobachten Baumaschinen neben den Überresten des Nördlichen Schneeferner-Gletschers auf der Zugspitze. (Archivbild)
Wanderer beobachten Baumaschinen neben den Überresten des Nördlichen Schneeferner-Gletschers auf der Zugspitze. (Archivbild) © Angelika Warmuth/dpa

"Unsere ehrenamtlichen Teams setzen Wege und Hütten instand, die der Klimawandel oft schneller beschädigt, als wir reparieren können", sagte DAV-Vizepräsident Ernst Schick. Ohne verlässliche Förderung drohe die Infrastruktur für einen sicheren Zugang zu den Bergen nach und nach verloren zu gehen. 

Erst kürzlich hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Wanderschuhe geschnürt und sich ein Bild von der Arbeit der Freiwilligen des DAV beim Wegebau gemacht.

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