Was ein Besuch von Papst Leo in Deutschland bewirken könnte

Vor 20 Jahren besuchte Papst Benedikt XVI. seine bayerische Heimat. Sein Nachfolger Franziskus reiste nie nach Deutschland. Und was ist mit Leo XIV., dem aktuellen Papst?
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2006 reiste Papst Benedikt in seine bayerische Heimat. (Archivbild)
2006 reiste Papst Benedikt in seine bayerische Heimat. (Archivbild) © picture-alliance/ dpa
München

Es war ein echter Heimatbesuch: Vor 20 Jahren reiste Papst Benedikt XVI. nach Bayern. Dort war er geboren, dort wuchs er auf, dort war er Theologie-Professor und Erzbischof. Papst Franziskus indes besuchte nie die Heimat seines Vorgängers. Und wie wird es Leo XIV. halten, der seit Mai 2025 im Amt ist? "Ich glaube, ein Besuch von Papst Leo XIV. in Deutschland würde von vielen sehr begrüßt werden", sagte der Bonner Moraltheologe Jochen Sautermeister. 

Franziskus habe ein schwieriges Verhältnis zur deutschen Kirche gehabt. "Er war ihr gegenüber kritisch eingestellt. Seine Vorbehalte gegenüber dem Synodalen Weg in Deutschland kamen etwa in seiner Bemerkung zum Ausdruck, dass es keine zweite evangelische Kirche in Deutschland bedürfe."

Eine Reise von Papst Leo XIV. "wäre das ein Signal, dass die katholische Kirche in Deutschland weltkirchlich wieder gesehen würde". Bereits vor seiner Wahl habe sich der damalige Kardinal Prevost "gegenüber den deutschen Bischöfen als dialog- und gesprächsbereit gezeigt", betonte Sautermeister.

Spannung entschärfen, Missverständnisse ausräumen

"Ein Besuch könnte also dazu beitragen, das Verhältnis zwischen der deutschen Kirche und dem Vatikan zu verbessern, hoffentlich auch die eine oder andere Spannung zu entschärfen und das eine oder andere Missverständnis auszuräumen." Papst Leo XIV. zeige zudem eine große kulturelle Aufgeschlossenheit und habe "die großen sozialen und globalen Herausforderungen klar im Blick: Künstliche Intelligenz und Big-Tech-Konzerne, Bildung, Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung und der Umgang mit Missbrauch". 

Der Experte ist davon überzeugt, dass Leo bei einer Reise auf das ein oder andere dieser Themen eingehen würde. "Und dann gibt es natürlich den in Deutschland eingeschlagenen synodalen Prozess. Hier wäre es wichtig, zu zeigen, dass dieser mit dem weltweiten synodale Prozess der Weltsynode gut zusammengeht."

Als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal hatten Bischofskonferenz und Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) einen Reformprozess, den Synodalen Weg, angestoßen. 

Als Generalprior des Augustiner-Ordens war der heutige Papst in früheren Jahren bereits in Deutschland zu Gast, so etwa bei den Augustinern in Würzburg. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Leo XIV. auch bereits in die Bundesrepublik eingeladen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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