Warnsystem soll Wildunfälle eindämmen: Pilotprojekt startet

Tausende Male passiert das jedes Jahr auf Bayerns Straßen: Ein Reh, ein Wildschwein oder ein anderes Tier läuft auf die Fahrbahn - direkt vor ein Auto. Die Zahl solcher Unfälle steigt - und immer wieder gibt es auch Verletzte. Jetzt testet Bayern ein neues Wildwarnsystem.
| dpa
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Ein toter Rehbock liegt nach dem Zusammenprall mit einem Pkw im Grünstreifen einer Bundesstraße. Foto: PAtrick Pleul/Archiv
dpa Ein toter Rehbock liegt nach dem Zusammenprall mit einem Pkw im Grünstreifen einer Bundesstraße. Foto: PAtrick Pleul/Archiv

Hohenpolding (dpa/lby) - Ein neues Warnsystem für Autofahrer könnte künftig die Zahl der Wildunfälle eindämmen. Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) präsentierte am Donnerstag bei Hohenpolding im Landkreis Erding das von einem Start-up-Unternehmen entwickelte Wildwarnsystem "AniMot" (abgekürzt AnimalMotion).

Es soll Rehe, Wildschweine oder andere Tiere am Straßenrand erkennen und Autofahrer durch Lichtsignale warnen. Dabei überwachen Geräte an den Straßenleitpfosten das Gebiet neben der Fahrbahn und aktivieren eine gelbe Warnlampe, sobald Wildtiere dort unterwegs sind.

Im vergangenen Jahr war dem Ministerium zufolge die Zahl der Wildunfälle im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen – auf knapp 76 000. Immer wieder werden bei solchen Unfällen auch Menschen verletzt, manchmal enden die Zusammenstöße tödlich.

Das Warnsystem wird nun drei Jahre lang an einer knapp fünf Kilometer langen Strecke zwischen Hohenpolding und Kaltenbrunn (Landkreis Landshut) sowie an drei Straßen in den Landkreisen Schweinfurt und Wunsiedel ausprobiert. "Mit neuen Techniken können wir unser Leben einfacher und sicherer machen", sagte Reichhart. Nach der Testphase solle evaluiert werden, ob an den betreffenden Strecken die Zahl der Wildunfälle zurückgegangen ist.

Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU), der das Projekt an der Teststrecke bei Schonungen (Kreis Schweinfurt) vorstellte, sprach von einem Anstieg der Wildunfälle in Bayern um 30 Prozent in 10 Jahren. Eck setzt darauf, dass Autofahrer ihre Fahrweise anpassen. Schreckten andere Warnsysteme das Wild ab, dann warne AniMot die Autofahrer.

Damit diese von dem gelben Licht nicht irritiert sind, informieren Schilder über den Test. Nach Angaben des Unternehmens AniMot wurden rund 600 der solarbetriebenen Geräte auf insgesamt 14 Kilometern an den Teststraßen angebracht, an denen sich mehrere Wildwechsel befinden. In den etwa 15 mal 15 Zentimeter großen Kästchen sind feine Sensoren untergebracht, die auf Bewegung und Körpertemperatur reagieren. Erhält das Gerät beide Impulse, leuchtet das Warnlicht.

Das Licht sei auch am Tag erkennbar, sagte AniMot-Geschäftsführerin Sabine Dahl. "Eine Baustellenlampe sieht man ja auch tagsüber." Gleichzeitig sendet das Gerät einen Impuls an benachbarte Module, die dann ebenfalls aufleuchten, um Fahrer früh zu warnen. Die patentierte Technik werde stetig weiterentwickelt, sagte Dahl. Etwa solle sie in Zukunft auch Signale an Navis schicken können. Der Preis für das System sei noch nicht bekannt. "Wir sind noch in der Entwicklung."

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