Warnstreiks bremsen Nahverkehr in Franken und Niederbayern

Die Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr werden ausgeweitet. Nachdem bereits seit dem frühen Morgen U-Bahn, Tram und Busse in Nürnberg sowie die Busse in Landshut betroffen sind, hat die Gewerkschaft Verdi weitere Warnstreiks in Bamberg und Bayreuth angekündigt.
In Nürnberg blieben am Mittwoch U-Bahnen und Trams im Depot. Bei Bussen gab es einen Notfahrplan. Die Beschäftigten wollten bis zum Betriebsschluss in der Nacht zum Donnerstag ihre Arbeit niederlegen. Auch in Landshut war ein ganztägiger Ausstand der Busfahrerinnen und Busfahrer geplant. In der Fahrplanauskunft waren großflächige Ausfälle erkennbar.
Die nächsten Aktionen im Fahrdienst in Bamberg und Bayreuth beginnen am Freitagmorgen und enden in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Auch hier ist mit starken Beeinträchtigungen zu rechnen. Man habe die mehrtägigen Streiks aber "bewusst in den Osterferien anberaumt, um den Schülerverkehr nicht erneut zu belasten", sagte die verantwortliche Gewerkschaftssekretärin
Jessica Rauch.
Mit Bus und Oldtimer zum Volksfest
Private Busunternehmen und Regionalbahnen wie die S-Bahnen sind von den Streiks - wie in der Vergangenheit - nicht betroffen. Zum Volksfest Nürnberg sollte zudem am Nachmittag ein Shuttlebus fahren. Nostalgiefreunde können auch den Oldtimer-Bus "Büssing Präfekt" nutzen, der zwischen dem Hauptbahnhof und der Festwiese am Dutzendteich verkehrt.
Auch in München wurde am Mittwoch gestreikt. Davon sollten die Fahrgäste allerdings nichts oder nur wenig mitbekommen. Die Gewerkschaft hatte darauf verzichtet, die Aktion auf den Fahrdienst auszuweiten, da es aktuell bereits Einschränkungen wegen Bauarbeiten auf S-Bahn-Stammstrecke gibt. Auch in Bamberg gab es bereits am Mittwoch-Mittag einen Streik mit geringen Auswirkungen: Dort trifft es noch bis Samstag Werkstatt und Wagenpflege - zusätzlich zum Streik im Fahrdienst.
Mehr Geld und weniger Arbeitszeit
Mit den Arbeitsniederlegungen will Verdi den Druck auf die erneute Tarifrunde erhöhen, die am 15. April geplant ist. Maßstab sind Tarifeinigungen in anderen Bundesländern. Dort seien deutliche Entlastungen für Beschäftigte vereinbart worden wie maximale Schichtlängen und minimale Ruhezeiten, sagte Branchenkoordinatorin Katharina Wagner.
Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen. Zudem will Verdi eine Reduzierung der Arbeitszeit.