Wanderungen mit Einkehrmöglichkeit: Diese Berghütten sind im Herbst geöffnet
Klare Sicht, bunte Farben, frische Luft – wenn es herbstelt, beginnt für viele die schönste Zeit im Gebirge. Dabei muss man etwa von München gar nicht so weit anfahren. Denn wer in den kommenden Tagen eine Wanderung in den Bayerischen Voralpen plant, findet zu dieser Jahreszeit noch einige schöne Einkehrmöglichkeiten.
Vonseiten des DAV heißt es: "Während hochalpine Hütten ihre Sommersaison bereits beendet haben, können Bergsportlerinnen und Bergsportler einige Häuser noch bis weit in den Herbst hinein besuchen."
Der Alpenverein nennt einige Beispiele: Die Tegernseer Hütte, das Taubensteinhaus und die Schönfeldhütte haben (nach bisherigem Stand) noch bis zum 7. November geöffnet. Tagesgäste können auch auf der Albert-Link-Hütte in den Schlierseer Bergen einkehren, Übernachtungen sind dort jedoch erst wieder ab dem 26. Dezember möglich. Ganzjährig geöffnet ist laut DAV unter anderem das Bodenschneidhaus zwischen Tegernsee und Spitzingsee.
Aktuelle Hüttenzeiten vorher direkt erfragen
Obacht: Wetterbedingte Änderungen seien jederzeit möglich, teilt der DAV zugleich mit. Man sollte also vor jeder Tour die konkreten Hüttenzeiten erfragen und nur bei stabilem Wetter starten. Gut zu wissen: Über das Bergwetter kann man sich auch online unter alpenverein.de/bergwetter informieren.
Wichtig ist bei jeder längeren Wanderung zudem, dass man genügend Essens- und Trinkpausen einlegt. Wer in den Münchner Hausbergen unterwegs ist, freut sich gerade bei kühleren Temperaturen dabei bestimmt über eine Suppe oder einen heißen Tee in der warmen Stube oder zur Stärkung am Gipfel auf einen deftigen Kaiserschmarrn. Hier einige der beliebten Wander- und Einkehrmöglichkeiten.
Wanderung im Herbst zum Taubensteinhaus

Das auf 1567 Metern Seehöhe gelegene Taubensteinhaus im Spitzingseegebiet ist ein gefragtes Wanderziel im Herbst – mit Ausblick auf den Wendelstein und den Hochmiesing. Die DAV-Hütte eignet sich perfekt als Startpunkt für kurzweilige Wanderungen. Oder auch für anspruchsvollere Tourenziele wie Aiplspitz, Taubenstein, Hochmiesing oder Rotwand.
Zum Wanderstartpunkt reist man per BRB bis Schliersee an und fährt weiter mit dem RVO-Bus 362 bis zum Spitzingsee. Von dort führen leichte Zustiege zur Hütte, zum Beispiel ab der Talstation Taubensteinbahn. Das Taubensteinhaus ist noch bis einschließlich 7. November geöffnet. Ruhetag: mittwochs (außer während der bayerischen Schulferien).
Tour hinauf zur Schönfeldhütte

Die Schönfeldhütte auf 1410 Metern in den Schlierseer Bergen ist ein idealer Ausgangspunkt für eine Bergwanderung im Herbst. Zu der Hütte führt eine Wanderroute beginnend am Spitzingsattel. Eine mittelschwere Tour bietet viel Abwechslung: Nachdem man ein Stück Wald durchquert hat, gelangt man in liebliches Almgelände und erreicht nach etwa einer Stunde Gehzeit die Schönfeldhütte am Fuß des Jägerkamp. Geübte Wanderer können von dort aus Gipfel wie Jägerkamp, Taubenstein oder Aiplspitz erklimmen – oder die klassische Rotwandreibn.
Anfahrt: Mit der BRB bis Schliersee, weiter mit dem RVO-Bus 362 und bis zum Spitzingsattel.
Aufstieg zum Rotwandhaus

Das 1737 Meter hoch gelegene Rotwandhaus im Mangfallgebirge ist ganzjährig geöffnet. Jetzt im Oktober herrscht dort noch reger Betrieb, und es gibt vom Strudel bis zum Kaiserschmarrn sämtliche Schmankerl. Ab dem 15. November und bis Weihnachten erfolgt laut DAV jedoch die Umstellung auf einen Tagesbetrieb – in diesem Zeitraum kann man noch einkehren, aber nicht übernachten.
Der Aufstieg ist vom Spitzingsee aus (ab der Alten Wurzhütte) in etwa zweieinhalb Stunden möglich. Durch den Wald windet sich der Weg teils sanft, teils in steileren Serpentinen bergauf. Das Gelände öffnet sich, und die Wildfeldalm gerät ins Blickfeld. Über einen aussichtsreichen Hang gelangt man schließlich zum Rotwandhaus, Anfahrt über Bahnhof Schliersee und mit dem Bus 362 zum Spitzingsee/Kirche.
Bergwanderung zur Tegernseer Hütte

"Es gibt höher gelegene Hütten in den Bayerischen Voralpen, aber keine zweite in so spektakulärer Lage", heißt es bei der DAV-Sektion Tegernsee zu der auch bei vielen Münchnern beliebten, auf 1650 Metern gelegenen Tegernseer Hütte. Dort können geübte Wanderer voraussichtlich noch bis zum 7. November einkehren. "Die Materialseilbahn ist seit rund zwei Wochen außer Betrieb", teilte die DAV-Sektion auf AZ-Anfrage mit – es gebe jedoch Getränke und eine kleine Speisekarte.
Die Tegernseer Hütte liegt im "Adlernest" zwischen den Gipfeln von Roß- und Buchstein. Der einfachste Aufstieg ist der DAV-Sektion zufolge jener ab dem Parkplatz Klamm/Winterstube. Dieser sei "länger, aber weniger steil und auch für Menschen mit Höhenangst geeignet". Der Weg führt zunächst durch den Wald und am Schwarzenbach vorbei bis zur Buchsteinhütte. Anfahrt: ab Bahnhof Tegernsee den Bus 365 bis zur Haltestelle Wildbad Kreuth, Klamm nehmen.
Hoch hinauf zum Wankhaus

Vom Wankhaus aus genießt man auf 1780 Metern Höhe einen herrlichen Rundumblick. Die Hütte mit Aussicht auf die Zugspitze hat noch bis zum 8. November geöffnet. Ein beliebter Weg beginnt an der Talstation Wankbahn – die Gehzeit liegt bei diesem "Klassiker" allerdings bei etwa drei bis vier Stunden. Man sollte eine gute Kondition mitbringen. Zum Startpunkt der Wanderung gelangt man ab dem Garmischer Bahnhof mit dem Ortsbus
Einkehrmöglichkeiten im Herbst
Welche der bewirtschafteten DAV-Hütten haben noch geöffnet? Auf der vom DAV veröffentlichten Liste (abrufbar unter alpenverein.de/saisonschluss) sind unter anderem folgende Häuser aufgeführt: das Blecksteinhaus (13. Oktober bis 23. Oktober Betriebsurlaub), das Brauneckgipfelhaus (bis Ende Oktober), das Brünnsteinhaus (19. Oktober bis 31. Oktober Betriebsurlaub), die Lenggrieser Hütte (bis Ende Oktober, ab November Ruhetag beachten), die Mitteralm (ganzjährig geöffnet, Ruhetag beachten), die Tutzinger Hütte (bis 31. Oktober) sowie zum Beispiel die Weilheimer Hütte (bis 18. Oktober).
Tipps beim Wandern im Herbst
Was sollte man beim Wandern zu dieser Jahreszeit beachten? "Der Herbst ist eine super Tourenzeit mit tollen Naturstimmungen und oft einer guten Fernsicht", so DAV-Sprecher Julian Rohn zur AZ. Wie immer sei jedoch eine vorausschauende Planung nötig, so Rohn. "Touren sollten realistisch an den Fähigkeiten aller Beteiligten ausgerichtet sein. Neben Route und Wetter gilt es im Herbst besonders zu bedenken, dass die Tage kürzer werden, es im Schatten bereits empfindlich kalt sein kann und Nässe Steine sowie Wurzeln schnell rutschig macht."
Auch Handschuhe und Mütze mit dabei haben
Jetzt im Herbst sollte man besser kürzere Touren planen, denn sie senken das Risiko, sich im Dunkeln zu verlaufen oder zu verletzen, so zudem der Hinweis vom Alpenverein München und Oberland. Dort rät Sprecher Markus Block auf AZ-Nachfrage, auch eine Stirnlampe mitzunehmen. Für den Fall, dass man sich doch einmal in Richtung Abend mit der Zeit verschätzen sollte.
Die Temperaturunterschiede zwischen Tal und Höhenlagen sollte man nicht unterschätzen und unbedingt genügend Kleidung für dickere Schichten mitnehmen, wie der Alpenverein München und Oberland zudem informiert. Genauso wie Mütze, Schal und Handschuhe, die man im Rucksack mit dabei haben sollte.
Was das Schuhwerk betrifft, sollte man im Herbst besser selbst bei kleineren Touren die robusten Bergstiefel wählen und zusätzlich die Grödel einpacken. Zudem heißt es: "Obacht im Schrofengelände und an steilen Wiesenhängen – Rutschgefahr!"
Auch an Regenkleidung sollte man denken. Seinen Wanderrucksack kann man mit einer speziellen Regenhülle schützen, damit das Gepäck trocken bleibt.
Wer seinen Ausflug in die Berge mit einer Übernachtung verbinden will, muss vorher reservieren. Je nach Buchungszeitraum gibt es auf manchen DAV-Hütten noch freie Plätze. Der Alpenverein verweist zudem auf das Hüttenreservierungssystem auf seiner Webseite. Dort findet man auch ein Online-Tool, wo man gegebenenfalls noch ein "Last-Minute" Hüttenbett finden kann.
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