Wacker Chemie erhöht Prognose - schwarze Zahlen realistisch

Die deutsche Chemieindustrie leidet unter unsicherer Weltlage, hohen Energiepreisen und schwacher Nachfrage. Wacker Chemie schrieb deswegen 2025 hohe Verluste. Nun helfen Sondereffekte.
dpa |
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Wacker Chemie hat zu kämpfen, doch in diesem Jahr helfen Sondereffekte. (Archiv)
Wacker Chemie hat zu kämpfen, doch in diesem Jahr helfen Sondereffekte. (Archiv) © Robert Michael/dpa
München

Der 2025 in eine tiefe Krise gerutschte Chemiekonzern Wacker kann in diesem Jahr dank Aktienverkäufen und niedrigerer Pensionslasten voraussichtlich wieder schwarze Zahlen schreiben. Im ersten Halbjahr verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 365 Millionen Euro, wie Wacker mitteilte - in der ersten Jahreshälfte 2025 war das Ergebnis negativ gewesen. 

Die Rückkehr in die Gewinnzone lag jedoch nicht daran, dass die Geschäfte nun plötzlich wieder glänzend liefen: Im Mai hatte Wacker Chemie für 188 Millionen Euro ein großes Aktienpaket des Wafer-Herstellers Siltronic verkauft. Außerdem reduzierte der Konzern seine Pensionsrückstellungen um knapp 37 Millionen Euro und profitierte von Preiserhöhungen sowie einem Sparprogramm.

Aussichten verbessert

Dank der Sondereffekte ist laut Vorstand ein positives Jahresergebnis nun realistisch. Wacker war 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht. Nunmehr erhöhte das Unternehmen seine Prognose: Der Vorstand stellt für dieses Jahr ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 625 Millionen bis 750 Millionen Euro in Aussicht, deutlich mehr als die ursprüngliche Erwartung von 550 bis 700 Millionen.

Chemiebranche im Tief

Wacker Chemie ist nach Firmenangaben führender Hersteller hochreinen Polysiliziums, dem Grundmaterial für Computerchips. Weitere Geschäftsbereiche sind Silikone, aus denen unter anderem Harze und Öle hergestellt werden können, sowie Polymere für die Herstellung von Lacken oder Klebstoffen. 

Das eigentliche Geschäft des Konzerns bleibt schwierig. Der Umsatz stieg im Vergleich zur ersten Hälfte des vergangenen Jahres leicht von knapp unter auf knapp über 2,9 Milliarden Euro. Die Nachfrage aus vielen Abnehmerbranchen wie der Automobil- oder Bauindustrie sei weiter schwach, sagte Vorstandschef Christian Hartel. "Auf der Nachfrageseite sehen wir aktuell keine Trendwende."

Sparprogramm und Stellenabbau

Wegen der hohen Verluste im vergangenen Jahr hatte der Vorstand umfangreiche Einsparungen mitsamt dem Abbau von 1.500 Stellen in die Wege geleitet. Das Programm zeigt nach Hartels Worten bereits Ergebnisse, Ziel sind 300 Millionen Euro Kostensenkung im Jahr. Zum Stichtag 30. Juni arbeiteten weltweit 16.084 Menschen für den Konzern, 640 weniger als ein Jahr zuvor.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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