Vor allem eine deutsche Marke ist betroffen: Angriff auf Autohaus-Software mit Folgen – das müssen Kunden jetzt wissen

Autokäufer könnten sich nun Betrugsversuchen gegenübersehen, die besonders schwierig zu erkennen sind. Vor allem Häuser mit Marken eines Konzerns nutzen das System und könnten betroffen sein.
von  AZ/dpa
Ein Datenleck bei Autohaus-Software könnte zu täuschend echten Betrugsversuchen führen. (Symbolbild)
Ein Datenleck bei Autohaus-Software könnte zu täuschend echten Betrugsversuchen führen. (Symbolbild) © Philip Dulian/dpa

Ein Datenleck bei einer Software für Autohäuser könnte deutschlandweit besonders schwer zu erkennende Betrugsversuche bei Kunden nach sich ziehen. Weil die Täter dem Anbieter der Software zufolge Informationen wie Auftrags- und Rechnungsnummern, Liefertermine oder Kauf-, Zahlungs- und Finanzierungsbeträge erbeutet haben, könnten deren Nachrichten besonders echt wirken. Zuvor hatte die "Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung" über das Datenleck berichtet. 

Angriff auf IT-Dienstleister in Bayern mit Folgen

Die Polizei bestätigt auf Nachfrage, dass es einen Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister im Raum Würzburg gab. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand erfolgte der Zugriff über eine Drittanbietersoftware, welche zu dieser Zeit eine schwerwiegende Sicherheitslücke aufwies", heißt es von dort. Zum genauen Umfang der entwendeten Daten und der Zahl der betroffenen Kunden könne man derzeit aber noch keine Angaben machen. 

Bei den betroffenen Autohäusern handelt es sich dem Softwareanbieter zufolge vor allem - aber nicht ausschließlich - um solche, die Marken des VW-Konzerns führen. VW bestätigte zudem, dass die betroffene Software auch in der konzerneigenen Volkswagen Group Retail Deutschland genutzt wird, die rund 120 Autohäuser in Deutschland hat. Man habe die betroffenen Kunden zeitnah informiert und auf mögliche Risiken hingewiesen. 

Echte Details machen glaubwürdig 

Der Softwareanbieter hat nach eigenen Angaben vorsorglich alle von ihm betreuten Autohäuser informiert und warnt: "Kriminelle versuchen in solchen Fällen häufig, Käufer dazu zu bringen, offene Rechnungen auf fremde Konten zu überweisen. Dazu könnten sie sich mit den erbeuteten Angaben als Autohaus oder Verkäufer ausgeben, etwa mit gefälschten Zahlungsaufforderungen, angeblich geänderten Bankverbindungen oder Anrufen. Da die Täter möglicherweise echte Details aus dem Kaufvorgang kennen, können solche Nachrichten glaubwürdig wirken." Besonders vorsichtig sollten Käufer sein, wenn vor der Auslieferung ihres Fahrzeugs noch eine Zahlung von ihnen verlangt wird. 

Weiter seien auch Phishing-Mails denkbar, die Verbraucher dazu bringen sollen, auf Links zu klicken oder weitere persönliche Daten preiszugeben, heißt es. Zu den Autohäusern, die die Software des Unternehmens einsetzen, gehören laut dessen Homepage auch einige der größten Handelsgruppen Deutschlands, die teilweise Umsätze im Milliardenbereich machen und zehntausende Autos pro Jahr verkaufen. 

Kaufvorgänge bei Händlern in ganz Deutschland 

Wie viele Kunden und welche Autohäuser genau betroffen sind, ist derzeit noch nicht endgültig klar. Es gehe aber um Kaufvorgänge bei Händlern in ganz Deutschland, heißt es vom Anbieter. Die Händler würden auf deren Kunden zugehen - insbesondere um diese davor zu schützen, offene Rechnungen auf falsche Konten zu überweisen. 

Dazu raten der Softwareanbieter und die Polizei, im Zweifelsfall beim Autohaus anzurufen. Wichtig dabei: Nicht die Nummer aus der verdächtigen Nachricht verwenden, sondern aus einer sicheren Quelle. Außerdem solle man geänderte Zahlungsverbindungen kritisch hinterfragen, in E-Mails keine Links anklicken, keine persönlichen Daten eingeben und Warnhinweise der Bank ernst nehmen, wenn Empfängername und IBAN nicht zusammenpassen. Habe man das Geld bereits auf ein verdächtiges Konto überwiesen, solle man sofort die Bank anrufen, um die Zahlung zurückzuholen.

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