Voller WM-Fokus: Was der Bayern-Wirbel mit Brown macht

Nathaniel Brown ist drauf und dran, sich in die WM-Startelf zu spielen. Das ist eigentlich spannend genug. Nachrichten aus der Heimat über den Frankfurter könnten auch den Bundestrainer beschäftigen.
von  dpa
Jung, schnell und umworben: Nathaniel Brown (r) in Aktion beim 4:0 gegen Finnland. (Archivild)
Jung, schnell und umworben: Nathaniel Brown (r) in Aktion beim 4:0 gegen Finnland. (Archivild) © Tom Weller/dpa

Die Meldungen aus Deutschland kamen für Nathaniel Brown zu einem unglücklichen Zeitpunkt. Der Jung-Nationalspieler wollte eigentlich in Chicago über die Fußball-WM plaudern. Schließlich ist der 22-Jährige drauf und dran, sich als linker Verteidiger gegen den erfahreneren Mitbewerber David Raum in die Startelf zu kämpfen. Das ist eigentlich spannend genug. 

Aber gleich bei der ersten Frage in der digitalen Medienrunde nach dem Training ging es um das Thema FC Bayern München. Der Profi von Eintracht Frankfurt soll sich mit dem deutschen Meister über einen Vertrag bis 2031 mündlich einig sein. Das berichteten der TV-Sender Sky und die "Bild"-Zeitung. Kolportiert werden auch erste Vereinskontakte und dass Eintracht über 60 Millionen Euro Ablöse verlangen soll.

Brown blockt: Kein Kommentar

Der Oberpfälzer, der sich nach Lehrjahren beim 1. FC Nürnberg in Frankfurt rasant entwickelt hat und bereits vor einem Jahr bei der U21-EM dabei war, blockte das Bayern-Thema konsequent ab. "Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM. Deswegen werde ich das jetzt auch nicht kommentieren. Ich bin jetzt hier", sagte er. Sein ganzer Fokus sei auf die WM gerichtet. 

Wie wichtig wäre ihm denn eine mögliche Klärung der Zukunft noch vor dem Turnierbeginn? "Wie gesagt, es geht um die WM, und darum kümmere ich mich jetzt", lautete die abwehrende Antwort. Mit der Defensive kennt er sich aus.

Für die USA zu spielen, war kein Thema

Brown steht jetzt noch mehr im Blickpunkt vor der WM-Generalprobe am Samstag (20.30 Uhr/RTL) im Soldier Field von Chicago gegen die USA. Sein Vater ist Amerikaner, zu dem er aber keinen Kontakt hat. Er hätte sich dennoch als Fußballer auch für die US-Auswahl entscheiden können. "Für mich war immer klar, dass ich für Deutschland spielen will", das Land seiner Mutter, dort, wo er aufgewachsen ist, sagte Brown. "Cool" findet er es trotzdem in Amerika.

Wie reagiert der Bundestrainer? Julian Nagelsmann wird genau hinschauen, wie der Youngster mit dem weiter wachsenden Rummel um seine Person umgeht. Brown selbst versicherte: "Mich beeinflusst das nicht. Ich freue mich extrem, dass ich bei der Nationalmannschaft dabei bin." 

Brown ist auch ohne Wechselgerüchte eine spannende Personalie: Extrem schnell, jung - und in Form. Beim 4:0 gegen Finnland durfte er zuletzt beginnen. Er steht jetzt noch mehr im Schaufenster. Und in Frankfurt, wo er noch bis 2030 unter Vertrag steht, können die Bosse gespannt zusehen, wie der Markwert ihres Fußball-Juwels in den kommenden Wochen weiter in die Höhe schnellen könnte. Erst recht, wenn Brown tatsächlich zu WM-Einsätzen kommen sollte.

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