"Viel zu wenig"

Ein harmloser Club verliert in Mainz verdient mit 0:2, offenbart aber eine neue Tugend: heftige Selbstkritik. Kapitän Schäfer warnt jedoch: "Draufhauen würde jetzt keinen Sinn machen."
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Ratlos, tief enttäuscht oder stocksauer? Club-Trainer Michael Oenning nach dem 0:2 in Mainz.
Wolfgang Zink Ratlos, tief enttäuscht oder stocksauer? Club-Trainer Michael Oenning nach dem 0:2 in Mainz.

Nürnberg - Ein harmloser Club verliert in Mainz verdient mit 0:2, offenbart aber eine neue Tugend: heftige Selbstkritik. Kapitän Schäfer warnt jedoch: "Draufhauen würde jetzt keinen Sinn machen."

Der fünfte Versuch, die gleiche, alte Leier. Der Club präsentierte sich am Freitag in Mainz anfangs verschlafen, im Vorwärtsgang durchgehend harmlos und am Ende, als Trainer Michael Oenning zurecht die totale Offensive ausgerufen hatte, als Schießbude. Nur Torhüter Raphael Schäfer verhinderte mit zahlreichen Glanztaten eine höhere Niederlage als das 0:2 nach Treffern von Nico Bungert (6.) per Kopf und Felix Borja (89.) nach perfekter Vorarbeit von Milorad Pekovic.

Schäfer: "Uns fehlen schon drei, vier Punkte"

Neu beim Club: Die gnadenlose Selbstkritik. „Für unsere Ansprüche und Ziele war das viel zu wenig“, gab Peer Kluge ehrlich zu. „Als Favorit für den Aufstieg müssen wir ganz anders auftreten“, forderte der zur Pause für den total enttäuschenden Isaac Boakye eingewechselte Christian Eigler. Und Kapitän Schäfer, der nach der Partie wieder einmal die enttäuschten Fans beruhigen musste, schimpfte: „Ich verstehe, dass unsere Anhänger enttäuscht sind, aber es geht auf Dauer einfach nicht, dass wir jedesmal zwei Gegentore bekommen. Uns fehlen schon drei, vier Punkte, das ist nicht weg zu diskutieren.“

Trainer Michael Oenning, der die fade Vorstellung seiner Profis durchaus missmutig verfolgte, verstand seine Welt nicht mehr. „Nach fünf Minuten war unser taktischer Plan in ernster Gefahr. Ich dachte wirklich, dass uns so ein Tor wie das 0:1 nie mehr passieren wird.“ Extra hatte Oenning am Freitag Nachmittag seinen Profis per Video die Mainzer Standards nochmals vor Augen geführt. Umsonst. Ecke Srdjan Baljak, Kopfball Nico Bungert am „kurzen“ Pfosten, Angelos Charisteas nur Zuschauer und schon war es passiert.

Dabei hatte die Partie zehn Minuten später angefangen, weil die Nürnberger Fan-Busse noch im Stau steckten. „Sehr fair von den Mainzern“, lobte FCN-Manager Martin Bader. Ungeachtet dessen schlief die Club-Abwehr erneut frühzeitig, aber fair ging es weiter. So fair, dass der Mainzer Chadli Amri sogar Schiedsrichter Marc Seemann korrigierte, als der Foul gepfiffen hatte (65.). Seemann nahm die Entscheidung zurück.

Club fehlt die Durchschlagskraft

Leider bewarb sich auch der Club-Angriff um den Friedensnobelpreis. Bis auf einige Distanzschüsse von Marek Mintal kam so gut wie nichts. Oenning schickte Eigler und Daniel Gygax ins Gefecht. Die Folge schildert Oenning: „Ich wollte nicht zu früh aufmachen, denn Mainz ist stets gefährlich. Leider hat es dann auch nicht lange gedauert, da haben die Mainzer die so entstandenen Räume zur Entscheidung genutzt. Und unsere Probleme im Abschluss sind ja leider auch nichts Neues. Uns hat wieder die Durchschlagskraft gefehlt.“

Wohl wahr, aber Schäfer mahnt zu Geduld. „Draufhauen würde keinen Sinn machen.“ Lieber weiter üben. Schlusswort Eigler: „Vielleicht klappt’s ja am Mittwoch im Pokal bei den Bayern. Da sind wir erstmals ganz klarer Außenseiter.“ ERG/MaC

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