Viel Staub nach Felssturz an Zugspitze

Nach dem Felssturz an Deutschlands höchstem Berg Zugspitze liegt noch immer Staub in der Luft. Das sei deutlich zu sehen, wenn man mit der Seilbahn nach oben fahre, sagte eine Sprecherin der direkt unterhalb des Gipfels platzierten Forschungsstation Schneefernerhaus.
Ob dies allerdings auf die Abbrüche von Fels und Geröll an den beiden Vortagen zurückgehe oder ob noch immer etwas nachkomme, sei bislang unklar. Der Bereich ist schwer einzusehen.
Klar ist inzwischen, wann und auf welcher Höhe der Haupt-Felssturz am Dienstag passiert ist. "Um 6.57 Uhr hat der Seismograph ausgeschlagen", sagte die Sprecherin. Die Abbruchstelle liege in einer Höhe von rund 2.800 Metern.
Der Felssturz an dem 2.962 Meter hohen Berg hatte sich am Dienstag in unzugänglichem Gelände ereignet und über den Tag fortgesetzt. Er wirbelte zwar eine imposante und weithin sichtbare Staubwolke auf, beschädigte aber weder Gebäude noch Infrastruktur. Auch Menschen wurden nicht verletzt; in dem Gebiet verlaufen keine offiziellen Steige. Am Mittwoch folgten noch kleinere Abbrüche, die auch im Tal zu hören waren.
Neues Rätsel: Tirol - oder doch Bayern?
Inzwischen trat eine neue Frage auf: Anfangs hieß es, das Ereignis habe sich auf der Tiroler Seite der über die Zugspitze verlaufenden Grenze zugetragen und es seien "nur einige Steine nach Deutschland herübergepurzelt". Nach Einschätzung der Forscher könnte der Ausbruch aber doch auf der bayerischen Seite geschehen sein. "Der Permafrostbereich befindet sich zum größten Teil auf der österreichischen Seite", erklärte die Sprecherin des Schneefernerhauses. Aber es handele sich um einen Bereich unmittelbar an der Grenze, deshalb könne man es derzeit nicht sicher sagen.
Aufklärung soll der Freitag bringen. Dann wollen die Fachleute mit einer Drohne nicht nur die genaue Lage, sondern auch das Ausmaß des Ereignisses bestimmen. Bislang ist unklar, welche Mengen an Stein und Geröll herunterkamen. Am Donnerstag scheiterten Drohnenflüge am Wetter.
Infrarotkamera für die Suche nach Eis
Die Forscher wollen eine Infrarotkamera einsetzen, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob und wie viel Eis an der Abbruchstelle vorhanden war oder ist. Die Fachleute vermuten, dass die Ursache des Felssturzes der infolge des Klimawandels auftauende Permafrost ist. Damit sind dauerhaft gefrorene Böden gemeint. Fehlt dieser "Kleber", bröseln die Berge auseinander - ein in größeren Höhen alpenweit zu beobachtendes Phänomen. Auch an der Zugspitze gibt es in der Höhe der Abbruchstelle Permafrost.