Versicherer halten nichts von Forderung nach Dividendenpause

Ganz ungeschoren werden auch die Versicherer in der Corona-Krise nicht davonkommen. Doch sie pochen auf ihre Finanzstärke und wollen die Aktionäre mit Dividendenzahlungen bei der Stange halten.
| dpa
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Das Logo der Allianz Versicherung ist an einem Gebäude zu sehen. Foto: Marc Müller/dpa/Symbolbild
dpa Das Logo der Allianz Versicherung ist an einem Gebäude zu sehen. Foto: Marc Müller/dpa/Symbolbild

München/Hannover - Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa findet mit ihrer Forderung nach einer Pause bei Dividendenzahlungen kein Gehör bei großen deutschen Versicherern. Allianz, Münchener Rück und Talanx wollen an ihren Ausschüttungen festhalten. Auch die Hannover Rück hat ihre Dividendenempfehlung für die Hauptversammlung bislang nicht geändert. Bei Aktienrückkaufprogrammen ist das Bild gespalten.

Europas größter Versicherer Allianz will seinen Aktionären trotz Corona-Krise und gegen den Rat der europäischen Aufseher eine Dividende für 2019 auszahlen. "Obwohl zu erwarten ist, dass sich das aktuelle Umfeld auch in unseren Ergebnissen niederschlagen wird, bleibt unsere Finanzkraft weiterhin sehr stark", teilte der Dax-Konzern am Montag in München mit. Daher sollen die Anteilseigner bei der Hauptversammlung am 6. Mai wie geplant über eine Dividende von 9,60 Euro je Aktie abstimmen. Allerdings findet die Versammlung ohne persönliche Präsenz der Aktionäre in virtueller Form statt.

Während der Vorstand an der geplanten Dividende festhält, rudert er beim laufenden Aktienrückkauf zurück. Das laufende Programm im Umfang von 1,5 Milliarden Euro soll nach der Hälfte der Summe erst einmal gestoppt werden. "Wir werden eine Wiederaufnahme des Programms erwägen, wenn die finanziellen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie klarer erkennbar sind", hieß es.

Die Münchener Rück bleibt bei ihrem Dividendenvorschlag von 9,80 Euro je Aktie. "Auch vor dem Hintergrund der Erklärungen der Eiopa halten wir an dieser Entscheidung fest", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Wir konnten der deutschen Finanzaufsicht unsere Risikotragfähigkeit auch bei extremen Schäden darlegen. Sie äußerte keine Bedenken zur Dividendenzahlung." Ein Aktienrückkaufprogramm wurde wegen der Unsicherheiten aber bis auf weiteres ausgesetzt.

Beim Versicherer Talanx sollen wie geplant 1,50 Euro als Dividende vorgeschlagen werden. "Wir sind zuversichtlich, auch die Bafin von unserer Position zu überzeugen", teilte ein Sprecher mit. Die Hannover Rück ist ebenfalls in Rücksprache mit der Bafin und verweist auf den unveränderten Dividendenvorschlag in Höhe von 5,50 Euro. Aktienrückkaufprogramme haben Talanx und Hannover Rück nicht.

Die Bafin kommentiert einzelne Unternehmen nicht. Die Behörde hat allerdings in Reaktion auf die Forderung der Eiopa bereits erklärt, dass sie derzeit ein "pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen nicht für geboten" hält.

"Eiopa ist nicht unser Home-Regulator, sondern die Bafin", hieß es bei der Allianz. Die deutsche Finanzaufsicht stehe Dividendenzahlung und Aktienrückkauf "positiv gegenüber, weil die Finanzstärke und Liquiditätssituation der Allianz - auch in der Krise - gut ist".

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