"Verdammt stolz": Neue Pächter übernehmen bekanntes Traditionsgasthaus in Bayern

Das historische Gasthaus zur Linde auf der Fraueninsel soll wieder aufsperren. Ein Hoteliers-Paar aus Ruhpolding hat den Pachtvertrag bereits unterschrieben. Was sie dort vorhaben.
Alexander Spöri |
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Seit Ende 2025 ist das besondere Anwesen bereits geschlossen.
Seit Ende 2025 ist das besondere Anwesen bereits geschlossen. © imago stock&people

Seit Ende 2025 ist das Gasthaus "Zur Linde" auf der Fraueninsel geschlossen. Jetzt steht fest, wer das Traditionshaus im Chiemsee wieder aufsperrt.

Die Bayerische Schlösserverwaltung hat den Pachtvertrag mit Stefanie Häußer-Wehr und Harry Häußer unterzeichnet, wie sie mitteilt. Das Pachtverhältnis beginnt am 1. November. Bis die ersten Gäste wieder in der Wirtsstube sitzen, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen.

"Im Frühjahr darf man auf jeden Fall mit uns rechnen", sagt Stefanie Häußer-Wehr der AZ. Einen festen Termin für die Wiedereröffnung könne sie noch nicht nennen, das hänge unter anderem von Möbelausstellern ab.

Ein historischer Ort

Die Linde liegt mitten auf der rund zwölf Hektar großen Insel, gleich neben der Klosteranlage. Die Schlösserverwaltung verweist auf eine rund 600-jährige Geschichte. Als die Frauenwörther Künstlerkolonie die Insel im 19. Jahrhundert zum Treffpunkt der Landschaftsmaler machte, war der Gasthof ein Ort des Austauschs. Ende 2025 war das Haus zurückgegeben worden.

Sie wollen hier übernehmen: Stefanie Häußer-Wehr und Harry Häußer.
Sie wollen hier übernehmen: Stefanie Häußer-Wehr und Harry Häußer. © privat

Ursprünglich hatte die Verwaltung einen Nachfolger schon ab dem 1. Juni gesucht. Bis vor Ende der Bewerbungsfrist am 30. April hatten sich demnach mehr als 20 Interessenten gemeldet. Am Mittwoch sagt Präsident Hermann Auer dazu: "Uns war wichtig, keine schnelle, sondern eine tragfähige Lösung für die Zukunft der Linde zu finden."

Neue Pächter zieht es von Ruhpolding an das bayerische Meer

Für das Ehepaar Häußer-Wehr ist die Linde ein Neuanfang. Bisher führten die beiden die "Alte Säge" in Ruhpolding, ein Hotel garni mit elf Zimmern an der Traun. Neun Jahre lang hätten sie das Haus betrieben. "Wir haben es von einem Scherbenhaufen zu einem gut aussehenden Haus mit tollen Bewertungen entwickelt", sagt Häußer-Wehr.

Ende September kündigten die beiden auf Instagram an, dass ihre Zeit als Gastgeber in Ruhpolding Ende Oktober ende. Das Hotel werde derzeit verkauft, die Linde solle ihr neues Hauptprojekt werden. Auf das Gasthaus im Chiemsee seien sie aufmerksam gemacht worden, erzählt die Hotelierin. Als sie dann vor Ort gewesen seien, habe es sie "unfassbar berührt".

Ein Blick auf die Fraueninsel von Gstad am Chiemsee.
Ein Blick auf die Fraueninsel von Gstad am Chiemsee. © imago stock&people

Die beiden sprechen von "Ehre und Verpflichtung", an diesem Stück bayerischer Kultur mitwirken zu dürfen. Die Linde sei größer und biete mehr Möglichkeiten als ihre alte Wirkungsstätte, so Häußer-Wehr: Innen fänden rund 160 Gäste Platz, im Festsaal noch einmal ähnlich viele, im Außenbereich 300. Auch Feiern und Veranstaltungen sollten dort stattfinden können. Die Zusage hätten sie bereits im Sommer bekommen. "Wir sind verdammt stolz."

"Die bayerische Küche kann auch verfeinert werden"

Vorgenommen haben sich die neuen Pächter einiges. Die Hotelzimmer müssten sie selbst ausstatten, das hatte die Schlösserverwaltung im April mitgeteilt. Geplant seien "stilvolle Zimmer", die "in der Mache" seien, sagt die künftige Pächterin. Dazu solle es eine "hochwertige Küche" geben. Im Kern bleibe die Linde ein "traditionsreicher Gasthof mit guter bayerischer Küche".

Auch der Biergarten werde "klassisch-traditionell" bleiben, "vielleicht mit ein paar modernen Einwürfen". Insgesamt solle ein "Hauch Neues" zu spüren sein. "Es bleibt deutsch, es bleibt bayerisch, aber man kann die bayerische Küche mit ein paar neuen bayerischen Ideen verfeinern."

Mehr ins Detail geht Häußer-Wehr dabei noch nicht. Das Wichtigste aber dürfte das Paar für diesen besonderen Ort schon einmal mitbringen: "Wir wollen das Beste, was wir haben, geben: unsere Herzlichkeit."

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