Vanillecremetorte im Hofcafé: Diese süßen Spezialitäten gibt's rund um den Tegernsee

Radeln und dann irgendwo zu einem Stück Sachertorte, Erdbeerkuchen oder Apfelstrudel einkehren? Freilich, das ist ein beliebter Wochenendausflug. Aber schaffen Sie das auch zwölfmal? Ausprobieren könnte man's jedenfalls auf dieser echten "Kuchen-Route": Sie verbindet das Tegernseer Tal, den Schliersee und die Kreisstadt Miesbach zu einer Rundtour von 69 Kilometern, inklusive zwölf Cafés, Hofläden und Almen, die zu einer süßen Verschnaufpause einladen. Ausgearbeitet hat sie die Alpenregion Tegernsee Schliersee und sie ist mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad angegeben – ideal für Tourenräder, Gravelbikes und E-Bikes. Vier Stunden reine Fahrtzeit sind veranschlagt. Wer es allerdings wirklich wagen wollte, an allen zwölf Stationen einzukehren, sollte den Tag besser nicht anderweitig verplanen.

Also dann: Gestartet werden kann die Radtour wahlweise in Gmund oder Tegernsee – beide Orte sind mit der bayerischen Regionalbahn bequem und nachhaltig erreichbar. Von Tegernsee aus führen die ersten Kilometer am Seeufer entlang bis St. Quirin, bevor ein erster sanfter Anstieg Richtung Hausham beginnt – wer danach schon eine Stärkung braucht, findet bereits die erste Möglichkeit zum Einkehren. Im Hofladen-Café Oberbuchberger's wartet Familie Taubenberger mit hausgemachten Kuchen und regionalen Köstlichkeiten.

Am Schliersee: Kuchen mit Seeblick
Danach geht es weiter über Hausham bis zum Schliersee. Wem Radeln und Kuchen noch nicht genug ist, der packt die Badesachen ein. Denn der nächste Stopp im Ortsteil Fischhausen liegt direkt am Wasser. Die Rixneralm bietet neben Süßem und Brotzeit auch einen unverbauten See- und Bergblick.
Anschließend führt die Route durchs Josefstal und Aurach in Richtung Fischbachau. Im Ortsteil Hammer lohnt sich ein kurzer Abstecher zur Krugalm. Die seit 1929 im Familienbesitz geführte Alm lädt ebenfalls zu frisch gebackenem Kuchen ein. Wer's eher salzig mag, wird vielleicht bei den herzhaften Biergarten-Klassikern fündig.

Noch Platz im Magen? Anschließend führt die Strecke ein kurzes Stück auf gleichem Weg zurück, vorbei am Wolfsee, sowie an Fischbachau zum Café Winklstüberl im Ortsteil Marbach. Wer hier eingekehrt, findet alles von bayerischer Vanillecremetorte und Erdbeersahnetorte bis zur Aprikosenschnitte. Doch Obacht: Es folgen noch acht weitere Stopps, vielleicht belässt man es schweren Herzens bei einem Stück. Die Schauspielerin Thekla Mairhofer leitet das Café seit 2003 und seit 2016 steht ihr die Tochter zur Seite.
Weiter geht es ein kurzes Stück entlang der Bundesstraße bis Elbach und dann hinab zur Leitzach. Direkt am Fluss liegt das kleine Hofcafé Beim Melchern in Achau – gemütliche Stube, rund 25 Plätze, hausgemachte Kuchen und bayerische Klassiker. Wer hier sitzt, vergisst für einen Moment, dass noch ein gutes Stück Strecke wartet.

Bevor es zum nächsten Stopp geht, führt die Strecke entlang der Leitzach in Wörnsmühl nach Miesbach. In der Kreisstadt laden gleich mehrere kleine Cafés ein: das Café B. Ellers am Stadtplatz und das Café Huatfabrik am Marktplatz, die alle beide dafür sorgen, dass auch wirklich noch genug Energie für den nächsten Etappenteil bleibt.
Auf dem Rückweg zum Tegernsee führt die Route über die untere Wies, wo das Hofcafé Krauthof liegt. Seit 2018 bewirtet dort Familie Haltmaier die Gäste mit hofeigenen Produkten. Kurz darauf, nach der Gieshofkapelle, taucht das familiengeführte Hofcafé Giglberg auf – frischer Kaffee, hausgemachte Kuchen und ein weiter Blick auf die Bergketten von Tegernsee und Schliersee. Ein Ort zum Durchatmen.
Dann geht es bergab zur Mangfall. In Gmund am Tegernsee lockt die Konditorei Wagner mit Kuchen, Pralinen sowie einer besonders großen Auswahl an süßen Spezialitäten. Geheimtipp: der Bienenstich.

Finale in Gmund und Tegernsee: Süßes zum Abschluss
Auf den letzten Kilometern entlang des Seeufers öffnet sich der Blick noch mal weit über das Wasser und die Berge. Wer glaubt, mit dem letzten Anstieg sei die Arbeit getan, irrt sich köstlich. Denn ausgerechnet in Tegernsee, wo die Beine endlich Pause machen dürfen, häufen sich die Versuchungen: Sahne- und Cremetorten, Hefe- und Plundergebäck, Kuchen, Pralinen und der beliebte Baumkuchen warten im traditionsreichen Konditorei-Café Lengmüller. Den krönenden Abschluss bildet schließlich das Schlosscafé Aran unmittelbar am Seeufer. Wer dann wirklich keine Lust mehr auf Kuchen hat, bekommt hier auch ein feines Getränk zum Sonnenuntergang auf der gläsernen Veranda – und dazu den Blick auf den Tegernsee.
Womit klar wäre: Auf dieser Tour braucht's nicht nur Ausdauer auf dem Radl, sondern auch auf dem Teller. Aber: Rauspicken ist freilich erlaubt bei der Kuchen- und der Einkehrauswahl. Wohl bekomm's!