US-Künstlerin Grant eröffnet erste deutsche Einzelschau

Die US-Künstlerin Alexandra Grant, Partnerin von Schauspieler Keanu Reeves, ist erstmals mit einer Einzelausstellung in einem deutschen Museum zu sehen. Diese sollte am Donnerstagabend im Neuen Museum Nürnberg eröffnen. Die großformatigen Gemälde basieren auf literarischen Texten von acht Autorinnen, die Grant in Bilder übersetzt.
Sie habe bereits früh in ihrer Laufbahn als Künstlerin entschieden, sich auf Sprache und Literatur zu konzentrieren, sagte die 53-Jährige vor der Eröffnung der Ausstellung mit dem Titel "Ein Stern genügt, um an das Licht zu glauben". "Dadurch werde ich immer Menschen treffen, Orte und historische Epochen kennenlernen, die mich inspirieren."
Zusammenarbeit als Paar
Grant und der Hollywood-Star Reeves ("Matrix") zeigen sich seit 2019 gemeinsam als Paar in der Öffentlichkeit. Zusammen haben sie zwei Bücher veröffentlicht und einen Verlag mitgegründet, der sich auf künstlerische Publikationen konzentriert. Grant arbeitet in Los Angeles und Berlin.
Die acht neuen Gemälde sind eigens für die Nürnberger Ausstellung entstanden. Diese sollen dem Museum zufolge die Rolle von Frauen in der deutschen Literatur vom 14. Jahrhundert bis heute veranschaulichen und greifen die Geschichte der Stadt als Zentrum des Buchdrucks auf.
"Der Druck spielt bei jedem Werk eine zentrale Rolle", erläuterte Grant. "Der Großteil der Gestaltung erfolgte am Computer, da es im Grunde darum ging, die Schriftart auszuwählen und das Layout zu gestalten." Die gedruckten Worte ergänzte Grant nach Angaben des Museums mit stark verdünnter Acrylfarbe, die diese überlagert und umschlingt.
Transport in Snowboardtasche
Eins der aus jeweils drei großen Papierbahnen bestehenden Gemälde brachte Grant eigenhändig im Zug nach Nürnberg. "Es war ziemlich lustig", erzählte Grant. Dieses habe sie in einer Snowboardtasche von Berlin nach Nürnberg transportiert. "Und es war heiß. Die Leute haben sich gewundert."
Wie ihre Werke zu interpretieren seien, wolle sie nicht vorgeben, sagte Grant. "Es soll keine einheitliche Vorgabe dafür geben, wie man reagieren muss. Ich finde es immer toll, die unterschiedlichen Erfahrungen zu hören, die Menschen in meiner Ausstellung machen."