Unternehmer muss wegen illegaler Müllexporte ins Gefängnis

Wegen illegaler Transporte von mehr als 700 Tonnen Müll ins Ausland ist ein Entsorgungsunternehmer aus der Oberpfalz zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie das Landgericht Weiden mitteilte, wurde ein 57 Jahre alter Mitangeklagter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Bei dem Verfahren ging es um verbotene Abfallexporte, hauptsächlich nach Tschechien, teilweise auch nach Polen. Der Fall hatte für erheblichen Ärger auf höchsten Regierungsebenen gesorgt. Bayern kümmerte sich nach dem Bekanntwerden darum, dass der Müll zurückgeholt und fachgerecht entsorgt wird. Dem Freistaat entstanden Kosten in Höhe von 600.000 Euro für die Rückholaktion von 600 Tonnen Abfällen, 100.000 Euro davon soll der Hauptangeklagte zahlen.
Alte Windkraftanlagen und Batterien landeten in Tschechien
Laut Gericht ging es um insgesamt etwa 620 Tonnen nicht gefährliche Abfälle, das waren überwiegend verschiedene Kunststoffe. Zudem handelte es sich um rund 140 Tonnen gefährlichen Müll, der hauptsächlich aus Batterien und daraus resultierenden Abfallprodukten bestand. Basis des Urteils waren 30 Transporte.
Der damals 53 Jahre alte Ex-Geschäftsführer des Entsorgungsbetriebs, der in Weiden und im Landkreis Schwandorf ansässig war, hatte bereits zu Beginn des Gerichtsverfahrens im Juni die Vorwürfe grundsätzlich eingeräumt. Sein inzwischen insolventes und in der Abwicklung befindliches Unternehmen hatte sich auf die Entsorgung und das Recycling etwa von Teilen zerlegter Flugzeuge oder von Windkraftanlagen sowie auf das Recycling von Altbatterien spezialisiert.
Der 57-Jährige war der Geschäftspartner in Tschechien, der die Lieferungen in 20 Fällen organisiert hatte. Er erhielt eine zweijährige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.