"Uns fehlen die Worte" - Entsetzen nach tödlichen Schüssen

Nach tödlichen Schüssen bei einer Waffenkontrolle steht Berngau unter Schock. Warum eine Routinekontrolle eines Waffenbesitzers eskalierte, ist unklar. Die Gemeinde ringt um Antworten.
dpa |
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Die Berngauer sind entsetzt am Tag nach den tödlichen Schüssen auf Behördenmitarbeiter.
Die Berngauer sind entsetzt am Tag nach den tödlichen Schüssen auf Behördenmitarbeiter. © Daniel Löb/dpa
Berngau

Nach einer eskalierten Waffenkontrolle in der Oberpfalz mit zwei getöteten Behördenmitarbeitern sind viele Menschen im Ort des Geschehens geschockt. "Die Betroffenheit ist enorm", sagte Berngaus 1. Bürgermeister Thomas Meier der Deutschen Presse-Agentur. "Die Stimmung ist tatsächlich fatal." In der Gemeinde mit ihren etwa 2.600 Einwohnern herrsche Unverständnis über die Tat, die Menschen hätten Mitgefühl mit den Angehörigen. 

Am Donnerstagnachmittag waren eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter des Landratsamtes bei einer Routinekontrolle eines registrierten Waffenbesitzers in Berngau getötet worden - mutmaßlich von dem Mann, den sie kontrollieren sollten. Die Hintergründe sind bisher unbekannt. Der Verdächtige konnte festgenommen werden. 

Hilfe für Schüler 

"Wir sind ein eigentlich friedliches Dorf", erzählte eine Bewohnerin am Morgen nach den dramatischen Stunden. "Wir sind eine tolle Gemeinde." Die Frau war mit Blumen, einer Kerze und einem kleinen Gedenkstein in Herzform an den Tatort gekommen. "Der Ort ist sehr geschockt. Also es ist wirklich großes Gesprächsthema. Ich habe heute auch schon mit ein paar Müttern reden können. (...) Uns fehlen die Worte." In der örtlichen Schule sei ein Krisenteam unterwegs, um mit den Kindern über die Ereignisse zu sprechen. 

Ein Bürger berichtete der dpa von großer Unsicherheit in der Gemeinde während des mehrstündigen Polizeieinsatzes. "Also meiner Meinung nach verändert sich die Menschheit extrem mittlerweile. Man hört eine negative Schlagzeile nach der anderen, und jetzt ist es halt auch schon bei uns", sagte der Mann. "Mir tun auch die Angehörigen richtig leid." Niemand habe das Recht, ein Menschenleben zu nehmen. Er könne sich nicht vorstellen, warum jemand eine derartige Tat begehe.

Ein Fahrschullehrer, der zur Tatzeit in Berngau unterwegs war, sprach von einer sehr verstörenden Tat. "Die Leute sind sehr bedrückt. Man merkt das auch. Die Leute sind sehr schockiert." Er sei "strikt gegen privaten Waffenbesitz". 

Verdächtiger wohl nicht im örtlichen Schützenverein

Bürgermeister Meier geht davon aus, der er den mutmaßlichen Schützen vom Sehen kennt, persönlich aber nicht. "Ansonsten war er meines Wissens auch nicht im Dorf integriert, nicht in Vereinen, nicht in Gruppierungen, war, glaube ich, für sich allein." Er sei nach seinen Erkenntnissen auch nicht in einem örtlichen Schützenverein aktiv. "Bestätigen kann das natürlich nur der Schützenverein selbst, aber meine Informationen sind, dass er hier kein Schütze im Ort ist."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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