Unfall, Spaziergängerin, Ballon: S-Bahnen drei Mal gestoppt

Ein tragischer Unfall, eine waghalsige Spaziergängerin und ein Luftballon haben dazu geführt, dass der Münchner S-Bahn-Verkehr am Samstag gleich drei Mal angehalten wurde - insgesamt über mehrere Stunden.
| dpa
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Eine S-Bahn fährt am Hauptbahnhof in München (Bayern) an einem Durchgang-Verboten-Schild vorbei. Foto: Andreas Gebert/Archiv
dpa Eine S-Bahn fährt am Hauptbahnhof in München (Bayern) an einem Durchgang-Verboten-Schild vorbei. Foto: Andreas Gebert/Archiv

München (dpa/lby) - Mehrere Zwischenfälle haben am Samstag zu großen Problemen im S-Bahn-Verkehr in München geführt. In der Nacht und am Morgen fuhren über mehrere Stunden in der Innenstadt keine Bahnen mehr. Zahlreiche Züge fielen aus oder waren verspätet.

Schon kurz nach Mitternacht sorgte mal wieder ein mit Aluminium beschichteter Luftballon für einen ersten Stillstand. Der Ballon sei an der Haltestelle Karlsplatz an die Oberleitung geraten und habe einen Kurzschluss ausgelöst, teilte die Bundespolizei am Sonntag mit. Durch den Stromüberschlag wurde die Decke beschädigt; Teile davon fielen in den Gleisbereich. Verletzt wurde niemand. Die S-Bahnen standen am frühen Samstagmorgen auf der Stammstrecke rund 70 Minuten lang still.

Wenige Stunden später kam es am Hauptbahnhof zu einem tödlichen Unfall, bei dem ein 23 Jahre alter Mann von einer S-Bahn überrollt und getötet wurde. Laut Polizei kletterte er ins Gleisbett, vermutlich um sich dort zu übergeben. Der junge Mann wurde so schwer am Kopf verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus starb. Der Fahrer der herannahenden S-Bahn hatte noch eine Notbremsung eingeleitet; er wurde vor Ort von einem Kriseninterventionsteam betreut. Die Stammstrecke wurde für rund zwei Stunden gesperrt.

Nur ein paar Minuten später hielt die Bundespolizei wieder alle Züge an. Der Grund: Eine Frau war am Ostbahnhof in einen S-Bahn-Tunnel spaziert. Die 31-Jährige habe durch den Tunnel am Ostbahnhof zur nächsten Station gehen wollen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Dame wurde schnell gefunden, aus Sicherheitsgründen seien die S-Bahnen für 10 bis 20 Minuten gestoppt worden. Bis Sonntagmittag verlief der S-Bahn-Verkehr dann weitgehend störungsfrei.

Täglich nutzen rund 840 000 Menschen die S-Bahn in München. Das sind mehr als zwei Drittel der Passagiere im Schienenverkehr Bayerns. Regelmäßig gibt es Ausfälle und Verspätungen auf der sogenannten Stammstrecke. Der Grund: Im Bereich der Innenstadt verkehren die S-Bahnen dicht getaktet und meist auf zwei Gleisen. Bleibt beispielsweise ein Zug liegen, stauen sich die Züge dahinter.

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