Traum-Kulisse für neue Gastro: "Sissi" zieht in Schloss nahe München
Es ist ein Ort wie aus einem Märchen entsprungen, umrahmt von Bäumen und einem See: das Wasserschloss in Taufkirchen an der Vils (Landkreis Erding). Erstmals erwähnt wird das Schloss im Mittelalter. Genauer: im Jahr 1263.
An diesem historischen Ambiente soll ab Frühjahr 2026 eine neue Gastronomie eröffnen – und auch deren Name lädt zum Träumen ein: Sissi. Wie der Spitzname der österreichischen Kaiserin Elisabeth.
Diese zwei Männer stecken hinter der neuen Gastronomie
Hinter dem Konzept stecken Alex Gschloessl (36) und sein Geschäftspartner David Ritter (40). Ersterer kommt ursprünglich aus dem Bereich Marketing und Event-Management, wie er der AZ erzählt. Während seiner Zeit als DJ lernte er Ritter kennen.
Das Sissi ist dabei nicht das erste Projekt des Gastro-Duos. Sie haben schon im Tonwerk in Dorfen zusammengearbeitet, seit Oktober 2024 führen sie in der Stadt die Rooftop-Bar Noah.

Ritter bringt über 20 Jahre Gastro-Erfahrung mit. Die Liste seiner Projekte ist lang. Er zählt auf (und schließt nicht aus, dass er etwas vergessen haben könnte): Diskotheken, Restaurants, Biergarten, Wiesn-Club, Stadtstrand.
Rooftop-Bar und nun Schloss-Wirtschaft
Nun also Rooftop-Bar und Schloss, nur rund zehn Kilometer voneinander entfernt. Der 36-Jährige wird sich, wie es sich schon eingespielt hat, um die Finanzen, das Personal und das Marketing kümmern. Ritter wird die Gastgeber-Rolle vor Ort übernehmen. Er sagt: "Wir machen Gastronomie, die anders ist. Wir sind glücklich, wenn Menschen einen Wow-Moment bei uns verspüren. Wir sind mit Herzblut dabei und sind sehr detailverliebt."

Im Wasserschloss gibt es laut Gschloessl im Gastraum 60 Plätze, im Nebenzimmer weitere 30 und im Turmzimmer können es sich 14 Gäste gut gehen lassen. Dazu wollen sie auf der Schloss-Terrasse 80 bis 90 Besucher bewirten. Die Gastro befindet sich im Schloss-Trakt links.
Was sich mit dem Sissi ändern wird
Zuvor gab es dort Pizza und Pasta, der Vorgänger war ein Italiener. Ritter sagt: "Wir sind froh, dass die Gemeinde auf uns zugekommen ist und uns das Vertrauen ausgesprochen hat, das Wasserschloss als Wirte zu übernehmen." Besonders ist nicht nur das historische Gebäude: "Wir sehen auch in der Terrasse so viel Potenzial: Um das Schloss ist ein kleiner See angelegt, man sitzt direkt am Wasser."
Gschloessl sagt übers Sissi: "Der Gastraum mit dem Gewölbe und den Säulen ist sehr imposant. Die Location ist einfach wow!" Die Bestuhlung wolle man so belassen. Bis es losgeht, wird noch an der ein oder anderen Stelle gewerkelt. Etwa "neuer Anstrich, neue Tapeten, neue Vorhänge".

Auch das Turmzimmer sticht heraus. Ritter erklärt: "Es ist ein achteckiges Ziegelgemäuer mit sechs Fenstern und einem unglaublichen Ausblick aufs Wasser."
Der 40-Jährige beschreibt den Tag, an dem der Deal fix wurde: "Ich saß im November dort, bevor wir zugesagt haben. Es war ein toller Herbsttag mit klarem Himmel. Die Vögel haben gezwitschert, ich habe aufs Wasser geschaut. Mein Gedanke war: Das wird toll!" Er hebt hervor, dass auf der Sissi-Schloss-Terrasse den ganzen Tag über Sonne scheine. "Das gibt es fast nirgends und ist wirklich perfekt."
Eröffnungstermin noch nicht fix: "Voll in der Planung"
Einen festen Termin, wann sie eröffnen wollen, haben sie noch nicht. Rund um den April, voraussichtlich. "Wir sind aktuell voll in der Planung", sagt Gschloessl.

Nun sind die Erwartungen freilich hoch, wenn man einen weltberühmten Namen wie Sissi wählt. Ritter sagt zu der Namenswahl: "Sissi ist ein starker Name, den man nicht vergisst. Wir wollen die Thematik mit alpiner Küche aufnehmen. Von Bayern über Österreich bis nach Südtirol." Mit Klassikern wie Wiener Schnitzel oder einer Südtiroler Speckplatte.

Gschloessl will noch nicht zu viel verraten, sagt: "Es wird nicht zu bayerisch, nur ein Hauch. Der Fokus wird auf Österreich und Südtirol liegen." Aber er sagt auch: "Wir lassen uns die Türen offen und möchten variieren können."
Und werden die Preise royal-teuer? Ritter sagt: "Wir wollen, dass das Essen bezahlbar bleibt." Auf konkretere Aussagen legen sie sich noch nicht fest.
Nicht schlecht für ein Restaurant und Veranstaltungsort: Ein Standesamt befindet sich ebenfalls in einem Bereich des Schlosses. Wer dort also den Bund der Ehe schließt, könnte gleich am selben Ort feiern.
Aber auch auf Ausflügler setzt man: "Wir wollen die Fahrradfahrer auf unsere Schloss-Terrasse locken", sagt Gschloessl. Denn der Radl-Weg sei nah. Wer zu Fuß kommt: nur fünf Minuten vom Zentrum.
"Wir sind gekommen, um zu bleiben"
Die Lage scheint also von den Erbauern im Mittelalter sehr zentral gewählt. Wer lebte dort schon? Auf der Homepage des Wasserschlosses werden als gesicherte Schlossbesitzer unter anderem gelistet: Grimold von Taufkirchen (1263), mehrere Abkömmlinge der berühmten Augsburger Fugger-Familie (ab 1554; Kaufpreis: 41.000 Gulden), Johann Ferdinand von Puech (1672) und ab 1917 die Guts- und Brauereigenossenschaft Taufkirchen (800.000 Mark). Seit 2016 gehört das Gebäude der Gemeine Taufkirchen.
Wenn man Ritters viele Projekte in der Vergangenheit hört, bleibt die Frage: Bleiben sie hier langfristig? Er bejaht sofort: "Wir sind gekommen, um zu bleiben."

