Trauerrede für Sophia L.: Bischof verurteilt Hass im Netz

"Es ist schwer, diesen Hass auszuhalten. Es ist schwer, zu verstehen, wie Menschen in einer solchen Situation ohne jede Rücksicht auf die trauernden Angehörigen zu solchem Hass fähig sind", sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei der Trauerfeier.  
| dpa
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Der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in Amberg.
Daniel Karmann/Archiv Der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in Amberg.

"Es ist schwer, diesen Hass auszuhalten. Es ist schwer, zu verstehen, wie Menschen in einer solchen Situation ohne jede Rücksicht auf die trauernden Angehörigen zu solchem Hass fähig sind", sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei der Trauerfeier.

Amberg - Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat den Hass in Sozialen Medien scharf kritisiert. Bei dem Trauergottesdienst für die vor eineinhalb Monaten getötete Studentin Sophia L. sagte er am Mittwoch, dass es nach dem Verbrechen wegen des marokkanischen Verdächtigen "zu unfassbaren Hasskommentaren" im Netz gekommen sei.

"Es ist schwer, diesen Hass auszuhalten. Es ist schwer, zu verstehen, wie Menschen in einer solchen Situation ohne jede Rücksicht auf die trauernden Angehörigen zu solchem Hass fähig sind", sagte der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bei der Trauerfeier in der Paulanerkirche in Amberg. Sophias Vater war früher selbst einmal Pfarrer in dieser Kirche. Bedford-Strohm kennt Sophia noch als Studentin aus seiner Zeit als Professor der Universität Bamberg.

Fall Sophia L.: Rechtsmedizinische Untersuchungen nicht abgeschlossen

Die in Amberg in der Oberpfalz geborene 28-Jährige wollte Mitte Juni von Leipzig nach Bayern trampen. Dabei soll sie den Ermittlungen zufolge von einem 41 Jahre alten Lastwagenfahrer mitgenommen und auf dem Weg in Oberfranken getötet worden sein. Die Leiche Sophias wurde Tage später in Spanien gefunden. Dort sitzt auch der 41-jährige Marokkaner in Auslieferungshaft.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bayreuth sind die rechtsmedizinischen Untersuchungen in Spanien noch nicht abgeschlossen, deswegen sei die Leiche bisher noch nicht zur Bestattung freigegeben worden. Den Gottesdienst hatten die Angehörigen und Freunde organisiert, um in aller Ruhe ohne Öffentlichkeit von Sophia Abschied nehmen zu können.

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