Tränen nach dem Olympia-Aus

"Es ging einfach nicht." LAC-Sprinterin Anja Wurm im Vorlauf raus, aber Teamkollegin Verena Sailer schaffte bei den Titelkämpfen in Nürnberg den Meister-Hattrick.
von  Abendzeitung
Peking ade: Anja Wurm musste nach ihrem Aus im Vorlauf ihre letzten Olympia-Hoffnungen begraben
Peking ade: Anja Wurm musste nach ihrem Aus im Vorlauf ihre letzten Olympia-Hoffnungen begraben © Wolfgang Zink

NÜRNBERG - "Es ging einfach nicht." LAC-Sprinterin Anja Wurm im Vorlauf raus, aber Teamkollegin Verena Sailer schaffte bei den Titelkämpfen in Nürnberg den Meister-Hattrick.

Mit Tränen der Enttäuschung in den Augen verzog sich 100m-Sprinterin Anja Wurm nach ihrem Vorlauf bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften zu ihrer Familie auf die Tribüne.

Aus der Traum von einem Platz in der Olympia-Staffel, raus mit 11,77 Sekunden und Platz fünf. „Es ging einfach nicht“, zuckte die 26-Jährige fassungslos mit den Schultern. Nach einem Blitz-Start lag Anja bis zur 60-Meter-Marke noch gut im Rennen, dann kam der Einbruch.

„Das ist symptomatisch für dieses Jahr“, resümierte Anja, „diesen Sommer lief’s einfach nicht.“ Zu viel Druck hatte sie sich selbst im Vorfeld der Meisterschaft auferlegt, als sie eine „Überraschung“ angekündigt hatte.

„Ich habe gehofft, dass mir die Atmosphäre hier hilft, wollte Bestzeit laufen.“ Wenig tröstlich, dass sie auch mit ihrer Bestleistung von 11,56 Sekunden das Peking-Ticket verpasst hätte: „Es sollte einfach nicht sein.“ Ans Aufhören denkt die Verlagskauffrau allerdings noch lange nicht. „Ich habe schon schlimmeres weggesteckt“, gab sich Anja kurz nach dem Olympia-Aus schon wieder kämpferisch. Die WM 2009 in Berlin ist jetzt ihr Ziel. „Auf ein Neues“, versuchte sie sich sogar schon wieder an einem zaghaften Lächeln.

Dritter Titel für Verena Sailer

Deutlich breiter fiel das Grinsen bei Cover-Girl Verena Sailer aus. Die 22-Jährige holte sich souverän den dritten Meistertitel in Folge und sicherte sich damit einen Platz in der 4 x 100m–Staffel, die sich aus den ersten vier des Endlaufs zusammensetzt. Bei 11,28 Sekunden blieb die Uhr stehen – deutsche Jahresbestleistung und neue persönliche Bestleistung.

„Ich bin froh, endlich die 11,30 geknackt zu haben“, strahlte Verena, „ das hat sich gut angefühlt.“ Ausgerechnet in der Olympia-Saison „lief es nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte“, gab die neue und alte Sprintkönigin ein „Kopfproblem“ zu, „aber jetzt ist der Knoten geplatzt“.

Geplatzt ist auch der Traum von einem Einzel-Startplatz in Peking. Die Norm von 11,23 Sekunden hätte Verena heuer zwei Mal laufen müssen. „Ich hatte sie einfach nicht“, ließ sich Verena aber die Freude über ihren Titel nicht verderben, „so ist es auch okay.“

Im abschließenden Rennen der Staffeln belegten Wurm und Sailer mit ihren Teamkolleginnen Martha Koj und Ecaterina Slizevschi von der LAC Quelle Fürth Rang drei. Und das ließ dann auch die letzten Tränen von Anja Wurm trocknen. M. Kolonic

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