Touristen-Ärger an beliebtem Ausflugsziel in Bayern: "Frisbee, Musikgedudel, Grills"
Der Kurpark Schliersee soll normalerweise als Ort der Erholung für alle Besucher dienen, die in der Anlage mit dem gepflegten Rasen, den bunten Blumenbeeten und den Sitzbänken in Ruhe den See- und Bergblick genießen möchten. Gleichzeitig ist die Parkanlage für viele Ausflügler ein beliebter Platz zum Ankommen. Der Bahnhof, von dem viele Münchner in ihrer Freizeit zu ihrem Bade- oder Wandertag rund um den Schliersee aufbrechen, liegt nur ein paar Gehminuten entfernt.
Im vergangenen Sommer sowie auch in diesem Jahr war es allerdings zu Beschwerden gekommen, weil sich längst nicht alle Besucher an die Regeln im Kurpark gehalten hätten.
Dort ist das Baden, das SUP-Fahren sowie das Liegen auf dem Rasen verboten. Auch dass man in der Anlage ein Picknick macht, Ball spielt, Lärm verursacht, ist dort nicht erlaubt.
Neue, leichter verständliche Schilder
Schon früher gab es im Kurpark Schilder, die beispielsweise auf das Badeverbot hingewiesen haben. Doch heuer hat die Gemeinde mit Blick auf die Verständlichkeit und Sichtbarkeit noch einmal nachgebessert. "Neue, leicht verständliche Schilder mit Piktogrammen sollen für mehr Klarheit sorgen", teilte die Gemeinde mit. Im Juni sind die neuen Hinweistafeln an den Eingängen zum Kurpark installiert worden.

Gleichzeitig seien "die Kontrollen durch Sicherheitswacht, Polizei und Naturschutzranger im Kurpark verstärkt" worden. Denn, so teilte die Marktgemeinde anlässlich der neuen Schilder auf ihrer Homepage mit: Der Schlierseer Kurpark solle "ein gepflegter Ort der Erholung" bleiben.
Es drohen Bußgelder bis zu 5000 Euro
Dazu gehöre auch das Badeverbot, das dem Schutz der Fischlaichzone und des Schilfgürtels diene. Gemeint ist der Bereich des Fischlaichschongebiets (vom 1. April bis zum 30. September), wo das Landratsamt Miesbach mit einem Schild auf ein "Betretungs- und Badeverbot" sowie auf ein "Verbot sämtlichen Wassersports" hinweist. Bei einem Verstoß drohe ein Bußgeld von "bis zu 5000 Euro".
Die von der Gemeinde aufgestellten neuen Hinweisschilder mit den Piktogrammen gehen derweil auf die Initiative von Gemeinderat Karl Hiermeyer (PWG) zurück.
Der Park als letzte Ruhezone
Er verweist auf AZ-Nachfrage auf die wichtige Bedeutung der Fischlaichzone und hat auf Facebook – in aller Freundlichkeit – auf die Rolle des Kurparks als Erholungsort hingewiesen. "Ohne Angst vor Frisbeescheiben, Fußbällen, Musikgedudel aus Dutzenden Radios, Grills von (letztes Jahr an heißen Wochenendtagen) 800 und mehr Besuchern." Es gebe am Schliersee "genügend Badeplätze".

Soll, was die Regeln betrifft, künftig noch häufiger im Kurpark kontrolliert werden, indem man zusätzlich zum Beispiel einen privaten Sicherheitsdienst beauftragt? Momentan sei dies nicht geplant, sagt Gemeinde-Geschäftsleiter Jörn Alkofer auf AZ-Nachfrage. Man warte die Saison ab und schaue sich die Erfahrungswerte der Sicherheitswacht und der Naturschutzranger an.
Die Hoffnung sei, dass "etwas Vernunft" bei den Nutzern des Kurparks einkehre. In der Septembersitzung des Gemeinderats soll das Thema dann erneut behandelt werden.

