Tödlicher Unfall in Bayern: Soldat von Panzerabwehrrakete verbrannt

Nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Dienstagabend bekannt gab, dass bei einer Bundeswehr-Übung im bayerischen Wildflecken ein Soldat ums Leben gekommen ist, steht nun die Todesursache fest.
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Bei einer Übung mit einer Panzerabwehrrakete ist in Wildflecken ein Soldat getötet worden. (Symbolfoto)
dpa Bei einer Übung mit einer Panzerabwehrrakete ist in Wildflecken ein Soldat getötet worden. (Symbolfoto)

Nachdem Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Dienstagabend bekannt gab, dass bei einer Bundeswehrübung im bayerischen Wildflecken ein Soldat ums Leben gekommen ist, steht nun die Todesursache fest.

Wildflecken – Der 22-jährige Hauptgefreite gehörte der 3. Kompanie der Panzerbrigade 21 des Panzergrenadierbataillon 212 an, das regulär im nordrhein-westfälischen Augustdorf stationiert ist. Für die Übung war die Kompanie ins unterfränkische Wildflecken im Landkreis Bad Kissingen verlegt worden.

Zunächst hatte es nur geheißen, dass der Soldat bei einer Truppenübung mit scharfer Munition ums Leben gekommen sei, genauere Informationen zu den Umständen des Todes hatte es am Dienstag nicht gegeben. Nun steht fest, dass es sich um einen besonders tragischen Unfall handelt.

Soldat stand im Rückstrahl der Rakete

Der Soldat stand bei einer Schießübung mit Panzerabwehrraketen hinter einem Kamerad, der seine Panzerfaust abfeuerte. Im Moment des Abschusses befand er sich damit in der sogenannten Rückstrahlzone, also genau in dem Feuerstoß, der beim Abfeuern der Rakete das Geschoss aus dem Abschussrohr treibt. Durch die Wucht dieses Rückstrahls wurde der Hauptgefreite durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass er noch auf dem Truppenübungsplatz starb. Ein sofort hinzugerufener Arzt der Bundeswehr konnte nach Angaben der Polizei nur noch den Tod des Soldaten aus dem Kreis Paderborn (Nordrhein-Westfalen) feststellen.

Bei der Waffe handelt es sich um eine Panzerfaust 3. Sie ist im schussbereiten Zustand rund 13 Kilogramm schwer und hat sie eine Reichweite von 300 bis 400 Metern. Die Geschosse werden mit Pulvergasen auf eine Geschwindigkeit von mehr als 220 Meter pro Sekunde beschleunigt. Üblicherweise muss der Schütze stets vorwarnen, bevor er schießt. "Das kann ein 'Achtung, ich schieße!' oder ein anderes vereinbartes, klares verbales Signal sein. Das ist so vorgesehen", sagte ein Brigadesprecher dazu.

Ob der Schütze, ein ebenfalls 22 Jahre alter Soldat, dieses Signal vor dem Abfeuern der Waffe gegeben hat, ist noch unklar. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Schweinfurt ermitteln deshalb nun insbesondere die Situation und die zeitlichen Abläufe am Schießstand.

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