Tim Otto Roths "Logische Phantasien" in Aschaffenburg

Aschaffenburg (dpa/lby) - Die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt von Samstag an neue Werke des Konzeptkünstlers Tim Otto Roth. Unter dem Titel "Logische Phantasien" verwandele der Künstler das ehemalige Gotteshaus in ein Universalkunstwerk, sagte Museumssprecherin Natalie Ungar.
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Blick in die Ausstellung mit Kunstwerken von Tim Otto Roth. Foto: Stefan Stark/Museen der Stadt Aschaffenburg/dpa/Archivbild
dpa Blick in die Ausstellung mit Kunstwerken von Tim Otto Roth. Foto: Stefan Stark/Museen der Stadt Aschaffenburg/dpa/Archivbild

Aschaffenburg (dpa/lby) - Die Aschaffenburger Kunsthalle Jesuitenkirche zeigt von Samstag an neue Werke des Konzeptkünstlers Tim Otto Roth. Unter dem Titel "Logische Phantasien" verwandele der Künstler das ehemalige Gotteshaus in ein Universalkunstwerk, sagte Museumssprecherin Natalie Ungar.

Inspiriert vom Werk des 1982 gestorbenen Malers Christian Schad denkt Roth dabei beispielsweise dessen Fotografien ohne Kamera, die sogenannten "Schadografien" neu. So lässt er in den Gewölben der ehemaligen Kirche unter anderem 3-D-Schatten die romantische Kunstfigur Scarbo zum gleichnamigen dritten Satz des Klavierwerks "Gaspard de la Nuit" von Maurice Ravel tanzen.

Ein in Indien in traditioneller Handarbeit produzierter Teppich verdeutlicht, wie sich ein Muster anhand eines einfachen Algorithmus immer wieder selbst vervielfältigen und dabei neu entwickeln kann. Aus den Farben der Nachbarknoten wird dabei die Farbe des Knotens in der nächsten Reihe abgeleitet.

Diese von Roth als "Mathematischer Sozialismus" bezeichnete Technik demonstriert auch eine Wasserorgel namens "aura calculata". Beginnt die Orgel zu spielen, haben alle Pfeifen die gleiche Füllhöhe und spielen den gleichen Ton. Ihre Aktivität steuern die Pfeifen in Abhängigkeit der beiden benachbarten Pfeifen, mit der sie über Kabel verbunden sind.

"Alle Akteure sind gleichgeschaltet und gehorchen derselben Regel. Doch trotz dieser Gleichschaltung führt dies überraschenderweise nicht dazu, dass alle im Gleichschritt marschieren", erklärt Roth das Kalkül. Dieser "Elan mathematischer Selbstorganisation" äußere sich in immer wieder entstehenden neuen Muster- und Klangvariationen.

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