Zwei oberbayerische Brauereien bringen neues Radler auf den Markt

Zwei Traditionsbrauereien aus Oberbayern bringen zeitgleich ein neues Radler auf den Markt. Zufall? Oder ein neuer alter Trend nach dem Alkoholfreien? Die AZ hat beim Bayerischen Brauerbund nachgefragt. Und: Was die beiden Bier-Limo-Getränke voneinander unterscheidet.
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Ein Radler in Kreuth am Tegernsee.
Ein Radler in Kreuth am Tegernsee. © imago/Bernd Feil

Ein kaltes Radler zum Durstlöschen, sei es in einem Festzelt oder am See, kann gerade im Sommer herrlich erfrischend sein. Und offenbar gibt es davon noch nicht genug auf dem Markt: Das Herzoglich-Bayerische Brauhaus Tegernsee hat gerade ein neues Radler auf den Markt gebracht. Und Dachsbräu aus Weilheim auch.

Zwei Brauereien aus Oberbayern, zwei neue Bier-Limo-Mixgetränke, fast zeitgleich. Ist das etwa ein neuer (alter) Trend im Bierland Bayern?

Eigentlich hörte man zuletzt eher von neuen alkoholfreien Varianten. Die AZ hat beim Bayerischen Brauerbund nachgefragt. Walter König sagt dazu: "Ich würde nicht von einem neuen Trend reden. Ich halte es eher für Zufall, dass beide jetzt mit einem Radler kommen."

So schaut das neue Radler von Dachsbräu aus Weilheim aus.
So schaut das neue Radler von Dachsbräu aus Weilheim aus. © Dachsbräu Weilheim

Der Brauerei-Experte kann sich vorstellen: "Es liegt sicherlich an der Jahreszeit und an den Hitzewellen, die wir dieses Jahr schon hatten. Wir merken, dass den Menschen ein Bier dann einfach oft zu stark ist."

Zwischendurch immer wieder ausverkauft

Auch die Bierabsätze insgesamt gehen landesweit bekanntlich zurück. "Die Brauereien überlegen sich Alternativen, wie sie ihre Anlagen auslasten können." Ein Radler sei noch "das Klassischste und Gängigste, was man in Bayern machen kann".

Dachsbräu in Weilheim.
Dachsbräu in Weilheim. © Dachsbräu

Ulrike Flassig von Dachsbräu in Weilheim teilt der AZ die Beweggründe der Traditionsbrauerei (seit 1879) mit: "Wir haben uns für das neue Radler entschieden, da die Nachfrage da war und wir ein leichteres Produkt/Biermischgetränk auf den Markt bringen wollten."

Dass auch die Tegernseer Brauerei damit gerade auf den Markt gekommen ist, sei "tatsächlich Zufall".

Die ersten Rückmeldungen sind demnach sehr gut: "Es wird super angenommen, wir sind zwischendurch immer wieder ausverkauft, viele kaufen es wiederholt, was dafür spricht, dass es dem Verbraucher schmeckt."

So unterscheiden sich die zwei neuen Radler

Das Dachsbräu-Radler hat eine Mischung aus 60 Prozent naturtrübem Weilheimer Urhell und 40 Prozent zuckerfreiem Zitronenlimo. Es schmeckt laut Flassig "erfrischend, zitronig, süß und leicht malzig". Alkoholgehalt: 3,5 Prozent.

Das berühmte Bräustüberl am Tegernsee mit vollem Biergarten.
Das berühmte Bräustüberl am Tegernsee mit vollem Biergarten. © Peter Schickert/imago

König vom Brauerbund erklärt: "Wenn man nicht original bayerisches Radler drauf schreibt, kann man auch das Mischverhältnis variieren." Denn für Bayerns Klassiker gilt ihm zufolge fix: 50 Prozent Bier und 50 Prozent Zitronenlimo.

Nicht-original bayerische Radler im strengen Sinne könnten dagegen andere Mischverhältnisse verwenden oder etwa auch "ein anderes Partnergetränk" statt Zitronenlimo wählen, zum Beispiel Grapefruit.

Beim Produkt aus Tegernsee bleibt es klassisch: Das Radler besteht zur Hälfte aus Vollbier und zur anderen Hälfte aus naturtrübem Zitronenlimo. Alkoholgehalt: 2,4 Prozent.

Ab wann man das Dachsbräu-Radler in München kaufen kann

Ist das Weilheimer Radler auch in München zu haben? "Ja, ab 6. August 2026 bekommt man es in München in diversen Getränkemärkten", sagt Flassig. Zum Beispiel beim Getränkemarkt Bursee in der Rossinistraße oder bei Getränke Haußmann in der Aschheimer Straße (Feldkirchen).

Zur aktuellen Verfügbarkeit des Tegernseer Radlers war zunächst keine Rückmeldung zu bekommen. Zuvor hatte es geheißen, dass es im Zwei-Wochen-Rhythmus hergestellt werde.

Wer ist der Erfinder des Radlers?

"Erfunden" hat das Radler übrigens Franz Xaver Kugler, so schreibt es der Bayerische Brauerbund auf seiner Homepage. Er sei Gleisarbeiter gewesen, an der Strecke München-Holzkirchen. Weil die nächste Wirtschaft weit weg lag, übernahm er die Bierversorgung der Kollegen. Später wurde aus seinem Lokal die Kugler-Alm.

Diese sei immer beliebter geworden, Tausende Radfahrer aus München sollen 1922 dorthin gefahren sein. Das Bier? Reichte nicht. Deswegen soll er Bier und Limo gemischt haben. Als "Radlermaß", also für die Radler.

Weiter schreibt der Brauerbund: "Die Bereitung des Radlers blieb bis 1993 dem Wirt vorbehalten: Erst in der Gaststätte wurden Bier und Limonade gemischt, denn das Biersteuergesetz verbot bis zu seiner Neufassung, die zum 1. Januar 1993 Gültigkeit erlangte, die Herstellung fertiger Biermischgetränke."

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