Tausende Passagiere von Warnstreiks in München betroffen

Auch Sicherheitsbeschäftigte am Flughafen München beteiligen sich an den Warnstreiks. Tausende Passagiere sind betroffen, die meisten davon blieben allerdings zu Hause.
| dpa
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Ein Megafon am Flughafen auf dem Boden vor dem Terminal 2. Dort haben sich auch Mitarbeiter im Warnstreik versammelt. Foto: Tobias Hase
dpa Ein Megafon am Flughafen auf dem Boden vor dem Terminal 2. Dort haben sich auch Mitarbeiter im Warnstreik versammelt. Foto: Tobias Hase

München (dpa/lby) - Die bundesweiten Warnstreiks haben auch am Flughafen in München zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Rund 100 Flüge mussten am Dienstag annulliert werden, sagte ein Sprecher. Das seien etwa 10 Prozent aller für diesen Tag angesetzten Starts und Landungen. Rund 8000 Passagiere seien davon betroffen, die Fluggesellschaften hätten die meisten von ihnen aber frühzeitig informiert, so dass kaum Fluggäste überrascht am Schalter gestanden hätten.

Hintergrund sind ganztägige Warnstreiks des Sicherheitspersonals an acht deutschen Flughäfen. In München legten rund 150 Beschäftigte seit 3.30 Uhr am Morgen die Arbeit nieder, wie Kai Winkler von der Gewerkschaft Verdi sagte. Damit beteiligt sich seinen Angaben zufolge ein Großteil des Sicherheitspersonals bei der Beschäftigten- und Warenkontrolle. Die Sicherheitskontrollen der Passagiere laufen in München hingegen ohne Einschränkungen. Anders als an anderen Flughäfen werden diese Kontrollen von der Sicherheitsgesellschaft München duchgeführt, die nicht bestreikt wird.

Auch deshalb sind die Flugausfälle dem Sprecher zufolge vor allem auf die Warnstreikfolgen an anderen Flughäfen zurückzuführen. Weil etwa in Frankfurt auch die Passagierkontrolleure im Ausstand sind und von dort viele Flüge nach München gehen, tauchten diese auch in der Statistik des hiesigen Drehkreuzes auf.

Bei den Sicherheitschecks für das Personal gab es dem Flughafensprecher zufolge hingegen längere Schlangen. Auch die Waren, etwa für Duty-free-Shops, gelangten am Dienstag deutlich später in die Auslagen.

Bundesweit hat die Gewerkschaft Verdi an acht Flughäfen zum Warnstreik aufgerufen. Auch der Deutsche Beamtenbund (DBB) hat sich dem Aufruf für seine Mitglieder angeschlossen. Am 23. Januar soll es die fünfte Verhandlungsrunde in dem Tarifkonflikt geben.

Verdi verlangt für die rund 15 000 staatlich geprüften Mitarbeiter brutto 20 Euro pro Stunde, der DBB fordert einen Stundenlohn von 19,50 Euro. Bislang sind die Stundenlöhne in der Branche regional sehr unterschiedlich geregelt, so dass sich den Arbeitgebern zufolge Lohnsteigerungen von bis zu 44 Prozent ergäben. In Bayern verdienen staatlich geprüfte Kontrolleure derzeit 13,93 Euro in der Stunde. Verdi pocht auf deutliche Lohnerhöhungen auch in Ostdeutschland.

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