Tatverdächtiger nach Leichenfund in München in Psychiatrie

Eine 75-Jährige stirbt durch Messerstiche. Als die Polizei anrückt, ist der Tatverdächtige noch im Haus. Welche offenen Fragen die Ermittler jetzt beschäftigen.
von  dpa
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln im Fall einer getöteten 75-Jährigen. (Symbolbild)
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln im Fall einer getöteten 75-Jährigen. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Die in ihrem Haus in München getötete 75-jährige Frau ist an mehreren Stichverletzungen gestorben. Tatwaffe sei ein Messer gewesen, sagte der Leiter der Mordkommission, Armin Ritterswürden. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit von Totschlag aus. Als tatverdächtig gilt ein 23-Jähriger, der auf Anordnung des Ermittlungsrichters vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wurde. 

Tatverdächtiger noch im Haus 

Die Polizei war am Samstagabend von Anwohnern der Reihenhaussiedlung im Stadtteil Untergiesing alarmiert worden, die Hilferufe gehört hatten. Eine Streife fand die getötete Frau, die bei offener Haustür im Eingangsbereich ihres Hauses lag. Der 23-Jährige war zu dem Zeitpunkt offenbar noch im Haus, konnte aber nach Angaben der Ermittler fliehen. Wenig später sei er im Garten eines Nachbargrundstücks festgenommen worden, sagte Ritterswürden. Dabei habe er keinen Widerstand geleistet. 

Bislang keine Hinweise auf Mord

Ein Motiv für die Tat konnten die Ermittlerinnen und Ermittler noch nicht nennen. Derzeit gehe man aber nicht von Mord, sondern von Totschlag aus, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Juliane Grotz. Bei der Bewertung der Tat spiele zudem eine mögliche psychische Erkrankung des Mannes eine Rolle. Denkbar sei am Ende auch eine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus, eventuell auch in Kombination mit einer Freiheitsstrafe.

Bekannt aus der Nachbarschaft

Sicher ist, dass die 75-Jährige und der 23-Jährige sich aus der Nachbarschaft kannten. Das Opfer und die Familie des 23-Jährigen wohnen nach Angaben der Polizei schon länger in der Gegend. Ein Streit oder ein Konflikt zwischen beiden sei aber nicht bekannt. Ein Kurzgutachten habe Hinweise auf psychische Probleme des 23-Jährigen ergeben, die zudem auch schon vorher der Polizei bekannt gewesen seien. 

Geklärt werden muss nun auch, in welcher Beziehung der Tatverdächtige und die Getötete standen. Auch wie der Mann ins Haus der allein lebenden 75-Jährigen gelangt war, ist Gegenstand der Ermittlungen.

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