Tarifstreit in der Metall- und Elektrobranche: Arbeitgeber nennen Forderungen "deutlich überzogen"

Es dürfte eine harte Tarifrunde werden: Am Donnerstag hat der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. (bayme vbm) Lohnforderungen der IG Metall entschieden zurückgewiesen. Der Hauptgeschäftsführer des vbm, Bertram Brossardt, bezeichnete diese mit Blick auf die Industrie als "deutlich überzogen". Die IG Metall hatte jüngst unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert.
Brossardt sagte, die Produktion in der Metall- und Elektrobranche sei seit Jahren rückläufig, wodurch Betriebe ihre Kapazitäten nicht vollständig auslasten könnten. Die Heterogenität in der Branche sei außergewöhnlich hoch. Während unter anderem die Autoindustrie derzeit in der Krise steckt, läuft es in Bereichen wie Verteidigung oder bei Komponenten für Rechenzentren besser. Die Anzahl der Beschäftigten sinke seit zwei Jahren stetig, so Brossardt. "Bei den anstehenden Verhandlungen müssen wir diese Aspekte berücksichtigen."
Ziel des vbm: Kosten senken, Wettbewerbsfähigkeit stärken
Die Erfüllung der Forderungen der IG Metall würde demnach die Unternehmen belasten, einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bedeuten, den Beschäftigungsabbau beschleunigen und die Tarifbindung infrage stellen.

Der vbm will seinerseits in die Tarifrunde mit dem Ziel gehen, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Erreicht werden soll das durch geringere Arbeitskosten, Entgelte, die sich am Produktivitätsfortschritt orientieren, bessere Voraussetzungen für Investoren, passgenaue Flexibilität und vereinfachte tarifliche Regelungen, wie Brossardt erläuterte.
Die Verhandlungen starten am 8. Oktober in München. Der vbm stellt sich auf "eine harte Auseinandersetzung" ein, so Brossardt. Ziel sei, gemeinsam eine faire und gute Lösung zu finden.