Sundowner mit Seeblick: Darum ist der Kiosk Sanseebar im Chiemgau ein Geheimtipp

Am Badeplatz am Tinninger See lädt der Kiosk Sanseebar mit Liegestühlen und einer kleinen Terrasse zum Sundowner. Wer mag, holt sich ein kühles Getränk oder Pommes und setzt sich damit auf den angrenzenden Steg.
von  Anne Hund
Sanseebar-Betreiberin Sandra Krug. Willkommen am Tinninger See.
Sanseebar-Betreiberin Sandra Krug. Willkommen am Tinninger See. © Anne Hund

Eine Badewiese mit Bergblick, ein kleiner Badesteg und ein Holzhäuschen mit Terrasse nah am Wasser sowie ein paar bunte Liegestühle, Tischchen und Sonnenschirme direkt am Ufer: willkommen am Tinninger See mit dem Kiosk Sanseebar. Das Kleinod bei Riedering im Chiemgau ist durchaus noch ein Geheimtipp. Denn die meisten Ausflügler etwa aus München steuern in der Gegend wohl eher den benachbarten und deutlich größeren Simssee an – oder fahren direkt an den Chiemsee.

Weniger bekannt und dafür umso beschaulicher ist im Chiemgau der von Wald umgebene Tinninger See (der kleine Moorsee auf dem Gebiet der Gemeinde Riedering) mit dem öffentlichen Badeplatz. "Ich bin die Sandra", sagt dort die Kiosk-Chefin Sandra Krug, als die AZ sie an einem lauen Sommerabend am Tresen antrifft, wo sie und ihre Mutter Gerlinde, die am Kiosk aushilft, für ihre Gäste gerade Aperol Spritz ausschenken. Es ist "Sundowner"-Zeit – und von hier aus kann man den Sonnenuntergang besonders gut beobachten.

Zeit für einen Sundowner.
Zeit für einen Sundowner. © privat

Den Kiosk habe sie seit Juni 2024 gepachtet, sagt Sandra Krug. Dass die 48-Jährige aus Bad Endorf, die früher ein Restaurant mit Hotelbetrieb geleitet hat, in Riedering gelandet ist, war mehr oder weniger Zufall: Sie habe damals über eine Bekannte erfahren, dass die Gemeinde einen neuen Pächter sucht, schildert sie. Und schnell habe sie erkannt: "Das ist ein Kraftort. Da kann man was draus machen." Auch beim Namen für ihren neuen Kiosk musste sie nicht lange überlegen. Ihr Vorname Sandra, der See, die Bar: So entstand die Sanseebar.

Willkommen am Tinninger See.
Willkommen am Tinninger See. © Anne Hund

Rhabarber-Spritz oder ein alkoholfreies "Hugolenchen"

Nebenan auf der Badewiese mit einer Außendusche, ein paar Bäumen und Holzbänken ist es für ein Wochenende auffällig ruhig. Im hinteren Bereich des Geländes gibt es einen Sandkasten und einige Spielgeräte für Kinder. Manche Badegäste haben ihr SUP mitgebracht. Andere erfrischen sich im flachen Wasser oder setzen sich mit einem Getränk auf den Holzsteg, der in den Tinninger See hineinreicht.  Von dort aus hält gerade jemand Ausschau nach den zwei erwachsenen Schwänen mit ihren drei Schwanenkindern – und entdeckt sie prompt, wie sie heranschwimmen.

Einige Besucher am See fläzen sich vor der Sanseebar in die Liegestühle, andere nehmen Platz unterm Sonnenschirm auf der kleinen Terrasse.
Die Halbe Flötzinger Hell kostet hier am Kiosk 4 Euro, für eine Saftschorle bezahlen die Gäste 3,50 Euro. Auf der Karte stehen viele eiskalte Sommerdrinks. Ein Rhabarber-Spritz, ein Campari Spritz oder ein Aperol Sour kosten jeweils 7 Euro. Für ein alkoholfreies "Hugolenchen" oder einen "Sanbitter" bezahlt man 6 Euro. 

Von Currywurst mit Pommes bis zum Spinatknödel

Natürlich bekommen die Gäste bei der Sanseebar auf Wunsch gern eine Currywurst mit Pommes (9 Euro). Die 48-Jährige will ihren Kunden kulinarisch allerdings noch mehr anbieten als nur "Würstchen oder Eis". "Ich lege Wert auf Selbstgemachtes", sagt sie und verweist auf ihre gastronomische Erfahrung. Die Auswahl auf der Karte reicht von Spinatknödeln mit Butter und Parmesan plus kleinem Salat (10 Euro) bis zum Salat mit Hähnchenstreifen, Parmesan und Croûtons (13 Euro).

Bei schönem Wetter sei der Kiosk samstags, sonntags und an den Feiertagen von 12 bis etwa 20.30 Uhr geöffnet – an allen anderen Wochentagen ab 14 Uhr. Am besten erkundigt man sich vorher schnell auf Google, rät die Kiosk-Chefin, oder man folgt der Sanseebar auf Instagram, wo sie über die aktuellen Zeiten informiere.

Nah am Wasser: die kleine Terrasse am Ufer.
Nah am Wasser: die kleine Terrasse am Ufer. © Anne Hund

Verlängerte Kiosk-Saison am See

Wie lange dauert die laufende Saison am Kiosk noch? "Auf jeden Fall bis 30. September", freut sich Sandra Krug. Ab Oktober plant sie zudem an Schönwettertagen mit einem Betrieb von freitags bis sonntags. An ausgewählten Wintertagen, wenn der See zugefroren sei und die Leute zum Schlittschuhlaufen kämen, erhielten sie hier am Kiosk auch einen Glühwein oder eine spezielle "Bosna"-Wurst in der Semmel, wie man sie aus Salzburg kenne.

Den Badeplatz bei Riedering erreicht man am einfachsten mit dem Auto. Vor dem Gelände gibt es einen kostenlosen Parkplatz. Empfehlenswert ist zudem die rund 40 Kilometer lange "Riederinger Rundn" mit Startpunkt in Niedermoosen. Anfahrt: BRB Chiemgau-Inntal bis Rosenheim und weiter mit dem Bus (Linie 9493) nach Niedermoosen. 

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