Suche nach Monika Frischholz: Wrack, Müll – und Knochen

Mit drei Baggern gräbt die Polizei in einem Waldstück nach Monika Frischholz aus Flossenbürg. Noch ohne einen Durchbruch.
| Rosemarie Vielreicher
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Einsatzkräfte der Polizei graben an einem möglichen Ablageort einer Mädchenleiche nahe Flossenbürg.
Armin Weigel/dpa Einsatzkräfte der Polizei graben an einem möglichen Ablageort einer Mädchenleiche nahe Flossenbürg.

Flossenbürg - Wie kann man ein ganzes Auto heimlich verscharren, ohne dass es jemand mitbekommt? Und was hat der nun ausgegrabene, petrolfarbene VW Käfer mit dem Verschwinden von Monika Frischholz zu tun? Das sind nur zwei Fragen, die sich derzeit in dem mysteriösen Fall aus der Oberpfalz stellen.

Seit fast 43 Jahren fehlt von der damals Zwölfjährigen aus Flossenbürg jede Spur. Und auch das am Montag entdeckte Autowrack dürfte ersten Erkenntnissen zufolge schon seit Jahrzehnten unter der Erde gelegen haben. Die Reste sind zerfallen, verrostet. Ausgegraben wurde es in einem Waldstück bei Waldkirch, nur rund fünf Kilometer von Monikas Heimatort entfernt. Alles Zufall?

Es scheint der perfekte Ort zu sein, um etwas zu vertuschen: "Die Stelle ist mitten im Wald, abseits vom Dorf. Da ist sonst nichts. Ich bin schon froh, dass man hier überhaupt Handy-Empfang hat", sagt Polizei-Pressesprecher Florian Beck zur AZ über den sehr abgelegenen, uneinsichtigen Fundort.

Gefundene Knochen stammen von Tieren

Am Abend bestätigt er der AZ noch ein Detail: Ja, am Montag seien bei den ersten Grabungen kleine Knochenteile gefunden worden. Stammen sie von Monika? Laut Beck hat die Rechtsmedizin am Dienstag festgestellt, dass es sich dabei wohl um tierische Knochen handelt. Ein Auto-Kennzeichen wurde mittlerweile auch entdeckt. Es stamme aus der nordbayerischen Region, so Beck. Wem der VW Käfer gehörte, müsse nun ermittelt werden.

Damit ist die zentrale Frage weiter unbeantwortet: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Monika Frischholz und dem Auto-Fund? Die Ermittlungen hätten die Polizei zu dieser Stelle im Wald geführt. "Es ist aber nur ein möglicher Ablageort der Leiche.

Es könnte auch nur eine Müllablagerung sein", sagt Beck. Plastik, Unrat, Dosen – das gehört zu den Funden in der Grube, die mittlerweile auf eine Größe von fünf mal zehn Metern und etwa zwei Metern Tiefe gewachsen ist. Drei Bagger waren am Dienstag im Einsatz, über 20 Polizisten beteiligt. Gegen 18 Uhr wurden die Arbeiten vorerst beendet.

Ein Dorf will abschließen

Monika Frischholz verschwand am 25. Mai 1976 aus Flossenbürg im Kreis Neustadt an der Waldnaab. Sie war am Nachmittag mit einem Buben verabredet, gegen 15.30 Uhr verlor sich ihre Spur. Ende 2018 beschloss die Polizei in der Oberpfalz, den Fall wieder aktiv zu bearbeiten. Seitdem versucht die "EG Froschau", das Verschwinden aufzuklären. Die Ermittler sind fest davon überzeugt, dass das Mädchen tot ist.

Bürgermeister Thomas Meiler (CSU) wünscht sich, dass der Fall nach vier Jahrzehnten endlich gelöst wird. "Jetzt sehen die Menschen Licht am Horizont und hoffen, mit dem Thema abschließen zu können." Im Dorf gebe es noch viele Menschen, die Monika und deren Familie persönlich kannten. Vom engen Familienkreis ist allerdings niemand mehr am Leben, zuletzt war der Bruder nach schwerer Krankheit gestorben.

Bürgermeister Meiler selbst habe die Schülerin nicht persönlich gekannt – er ist 49 Jahre alt, Monika wäre heute Mitte 50. Jedoch kann er sich an die Zeit ihres Verschwindens gut erinnern: Es habe damals geheißen, Kinder sollten vorsichtig sein – und in kein Auto einsteigen. 


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